Wirtschaft­lichkeit

Stabile Einnahmen, weniger Verbindlichkeiten

Eine hervorragende Wirtschaftslage sorgte 2018 auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen für eine Zunahme des Verkehrs. Im gesamten Netz nahm die Fahrleistung (Pkw und Schwerverkehr in Summe) um 2,5 Prozent zu. Bei den Schwerfahrzeugen gab es eine Steigerung von sechs Prozent.

Diese gestiegene Fahrleistung sorgte für entsprechend stabile Einnahmen. Die ASFINAG erwirtschaftete 2018 einen Jahresüberschuss von 824 Millionen Euro. Wesentlicher Faktor dafür waren die konstanten und stabilen Mauterlöse in Gesamthöhe von 2,2 Milliarden Euro.

Die Einnahmen aus Lkw- und Busmaut (Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht) sowie Vignette und Sondermauten (Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen Gesamtgewicht) stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 6,2 Prozent. Die Einnahmen aus der Lkw- und Busmaut betrugen 1,5 Milliarden Euro, aus der Pkw-Maut 691 Millionen Euro (502 Millionen Euro aus Vignette, 189 Millionen Euro aus der Streckenmaut).

Die ASFINAG hat die Verbindlichkeiten auf einen Wert von aktuell 11,2 Milliarden Euro gesenkt.

Sämtliche Investitionen in die Infrastruktur und Sicherheit können aus eigener Kraft getätigt werden.

Die gute Wirtschaftslage brachte eine höhere Fahrleistung und somit mehr Erlöse. Als nutzerfinanziertes Unternehmen stehen wir sehr gut auf eigenen Beinen und kommen völlig ohne Zuschüsse aus dem Staatshaushalt aus. Mit unseren Investitionen verbinden wir Lebens- und Arbeitsräume und sind dabei ein verlässlicher Partner für die Wirtschaft.

Dr. Josef Fiala

Vorstandsdirektor der ASFINAG

Erste papierlose Ausgabe eines Schuldscheindarlehens

Innovative Premiere im Finanzsektor: Die ASFINAG gab 2018 ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 20 Millionen Euro über eine sogenannte Blockchain-Plattform frei. Das Besondere dabei: Zum ersten Mal in Europa ging eine solche Transaktion völlig papierlos und somit rein online über die Bühne.

Die Vorteile der neuen Anwendung sind weniger Aufwand und mehr Effizienz. Das Verfahren funktioniert rascher und ist transparenter – die strengen Vorgaben des Bankgeheimnisses bleiben natürlich gewahrt.

Bei Bau, Betrieb und Bemautung setzen wir ganz selbstverständlich auf Innovation und neue, Erfolg versprechende Technologien. 2018 haben wir jetzt auch in der Finanzierung ein neues System eingesetzt und somit Neuland betreten. Wir denken, dass die Blockchain-Technologie für diesen Bereich sehr viel Zukunftspotenzial hat. Die zahlreichen Vorteile sprechen klar für diese Anwendung.

Mag.a Gabriele Csoklich

Abteilungsleiterin Finanzierung und Rechnungswesen, Geschäftsführerin ASFINAG European Toll Service GmbH

Schnellere Genehmigungsverfahren für Großprojekte

Schneller von der Planung in den Bau: Das 2018 verabschiedete neue Standortentwicklungsgesetz soll annehmbare Entscheidungs- und Umsetzungsfristen bei Vorhaben im öffentlichen Interesse ermöglichen. Denn zuletzt konnten immer aufwendigere Genehmigungsverfahren bei ASFINAG Großprojekten mitunter auch zehn Jahre oder mehr in Anspruch nehmen. Ohne die geplanten Investitionen in den hochrangigen Straßenbau bleiben auch die damit verbundenen wichtigen Impulse für Wirtschaft und Beschäftigung aus.

Eine Beschleunigung und eine Straffung der Verfahren bringen daher eine Win-win-Situation für die Menschen, den Wirtschaftsstandort Österreich und die Projektwerber. Darin waren sich die zentralen Infrastruktur-Unternehmen ASFINAG, Flughafen, ÖBB und Verbund einig. Diese traten während des Gesetzgebungsprozesses im „Schulterschluss“ auf und haben das Vorhaben der Bundesregierung unterstützt.

Der Datenhighway an der Autobahn wächst

Die ASFINAG leistet einen großen Anteil daran, dass Regionen und Wirtschaftstreibende eine schnellere Internetverbindung erhalten. Das liegt an den von der ASFINAG verlegten Glasfaserleitungen entlang der Autobahn, die unter anderem auch die Onlineversorgung gewährleisten. 2018 profitierte davon etwa Tirol mit einer neuen Glasfaserhauptleitung von der A 12 Brenner Autobahn in Schönberg bis zum Stubaier Gletscher.

Mittlerweile nutzen 50 Kundinnen und Kunden diesen Datenhighway. Eine aktuelle Umfrage unter diesen Unternehmen stellte der ASFINAG ein hervorragendes Zeugnis aus: So wurde unter anderem die Qualität der Datenleitungen und des Services als sehr hoch eingestuft.

Erfolgreiche Umstellung auf GO Maut 2.0

„GO Maut 2.0“ erfolgreich eingeführt: 2018 nahm die ASFINAG die Umstellung auf das neue Lkw- und Bus-Mautsystem vor. Es war die weltweit erste Umrüstung eines in Betrieb befindlichen landesweiten Mautsystems und betraf 503 Mautstandorte.

Zusätzlich wurden weitere 40 Standorte gänzlich neu errichtet. Mit „GO Maut 2.0“ verfügt die ASFINAG nun über ein grundlegend erneuertes System, das die Mauteinhebung für den Schwerverkehr kosteneffizient und verlässlich sicherstellt.

Wir wickeln 650 Millionen Mauttransaktionen pro Jahr ab und setzen dabei im Sinne unserer Kundinnen und Kunden auf neueste Technologien. Deshalb haben wir an einem Lkw- und Busmaut-System der Zukunft gearbeitet, das effizient und sicher ist. Dabei ist auch die Interoperabilität gewährleistet, also die Bemautung mit nur einer On-Board-Unit in mehreren Ländern.

Ing. Mag. Bernd Datler

Geschäftsführer ASFINAG Maut Service GmbH

ASFINAG Wissen auch in fernen Ländern sehr gefragt

Das Know-how der ASFINAG in den Bereichen Bau, Betrieb und Bemautung ist international gefragt. In Dubai wurde 2018 gemeinsam mit der Deutschen Bahn Management Consulting ein Schulungskonzept für die dort verantwortliche Straßenbehörde erarbeitet. Nach einer Evaluierung gaben Expertinnen und Experten der ASFINAG praktische und strategische Beratungen in den Bereichen Asset-Management und Betrieb.

Auch in Kasachstan setzt man auf das Wissen der ASFINAG. Für das kasachische Verkehrsministerium wurde gemeinsam mit einem englischen und einem österreichischen Partner ein Konzept für ein landesweites Mautsystem entwickelt.

Die ASFINAG hat jahrzehntelange Erfahrungen in den Bereichen Bau, Betrieb und der Bemautung von Autobahnen. Deshalb sind wir international gefragt, wenn andere Länder ihre Infrastruktur weiterentwickeln wollen. Aber auch wir profitieren davon. Denn das Arbeiten in so unterschiedlichen Kulturen bereichert auch uns und sorgt für neue Ideen und Impulse bei unserer täglichen Arbeit im ASFINAG Netz.

Dr. Anton Sieber

Geschäftsführer ASFINAG Commercial Services GmbH

„Building Information Modeling“ ist das Thema der Zukunft

Auf dem Feld der Digitalisierung eröffnet BIM („Building Information Modeling“) viele Chancen für die ASFINAG. BIM ist eine neue Methode der Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden. Dabei werden alle relevanten Bauwerksdaten mittels Software in einem Modell kombiniert, erfasst und laufend adaptiert. Die ASFINAG hat auch 2018 eine Reihe solcher Pilotprojekte gestartet. Dazu gehören etwa der Neubau der Autobahnmeisterei in Bruck an der Leitha, eine Brückensanierung, die Gestaltung und auch der Bau einiger unserer Rastplätze.

Auch die neue zweite Röhre des Karawankentunnels ist ein ganz wesentliches Pilotprojekt, wobei im grenzüberschreitenden Bauvorhaben auch auf slowenischer Seite BIM zur Anwendung kommt. Vorrangiges Ziel für die Zukunft der ASFINAG ist dabei eine wirtschaftliche, weil punktgenaue und sehr gut planbare Bestandserhaltung.

Bei einem großen Unternehmen wie der ASFINAG ist es aktuell eine Herausforderung, BIM in bestehende Prozesse einzubauen. Aufgrund der höheren Transparenz durch BIM und Digitalisierung erwarten wir uns bei Bauprojekten ganz konkret wirtschaftliche Vorteile bei der Erhaltung und somit bei den Lebenszykluskosten.

Ing.in Sabine Hruschka

Projektleiterin Hochbau, ASFINAG Bau Management GmbH