Sicherheit

Verkehrssicherheitsprogramm geht in die zweite Runde

2020 läuft das derzeit gültige Verkehrssicherheitsprogramm der ASFINAG aus. Damit Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen weiterhin zu den sichersten Europas gehören, entwickelte 2018 eine Arbeitsgruppe ein Nachfolgemodell. Mitte November wurde es beim „1. ASFINAG Forum Verkehrssicherheit“ vorgestellt. In mehreren Workshops erarbeiteten die Teilnehmenden acht Themenfelder in den drei Bereichen Infrastruktur, Mensch und Fahrzeug sowie erste Empfehlungen für Maßnahmen aus.

Die ASFINAG wird das 10-Jahres-Programm flexibel handhaben und bei Bedarf jährlich an neue Entwicklungen anpassen. Eine bereits beschlossene Maßnahme: Ab 2019 werden die ersten Einsatzübungen im Freiland – analog zu den seit 2006 gut funktionierenden Tunnelübungen – durchgeführt.

Unser Ziel für die nächste Dekade ist klar: Wir wollen noch besser werden und das Unfallleid noch weiter reduzieren. Wir sind uns unserer sozialen Verantwortung bewusst und haben uns mit dem neuen Sicherheitsprogramm ehrgeizige Ziele gesteckt.

Mag. Rainer Kienreich

Geschäftsführer ASFINAG Service GmbH

Mehr als 4.000 Schwerfahrzeuge überprüft

Durch Kontrollen von Schwerfahrzeugen verhindert die ASFINAG in Zusammenarbeit mit der Polizei in den Bundesländern Burgenland, Steiermark, Kärnten, Tirol und Vorarlberg, dass technisch desolate Lkw durch Österreich rollen. Regelmäßige technische Unterwegskontrollen (TUK) sorgen also für mehr Verkehrssicherheit. 2018 wurden an insgesamt 4.014 Fahrzeugen Kontrollen durchgeführt. Dabei stellten die Experten 1.301 schwere Mängel und 1.084-mal Gefahr in Verzug fest. Die meisten Mängel gab es bei Bremsen (knapp 80 Prozent) und Fahrgestellen (Achsen, Räder und Reifen).

Aufgrund einer Verordnung des Verkehrsministeriums übernimmt die ASFINAG übernimmt künftig Tätigkeiten der österreichischen Kontaktstelle für die TUK. Neben der Berichterstattung an die EU ist die ASFINAG für die Qualitätssicherung und Schulung der zuständigen Behörden in Bundesländern, die technische Unterwegskontrollen nach wie vor selbst durchführen, verantwortlich.

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Durch die neuen Kompetenzen kann die ASFINAG gemeinsam mit den Bundesländern noch effizienter gegen potenziell gefährliche, weil technisch mangelhafte Lkw vorgehen.

Mag. Walter Riepler

Abteilungsleiter Enforcement, ASFINAG Maut Service GmbH

3-D-Markierungen stoppen Geisterfahrerinnen und Geisterfahrer

Im Frühsommer 2018 startete die ASFINAG mit dem Pilotprojekt „3-D-Markierung“ einen weiteren Versuch, um Geisterfahrten zu verhindern. Von der richtigen Fahrtrichtung gesehen wirkt die in Gelb und Rot gehaltene Markierung rund um einen Richtungspfeil nicht. Nähert man sich aber von der falschen Seite, erscheinen diese Pfeile erhaben, also wie ein am Boden liegendes, leicht erhöhtes Hindernis.

An drei Autobahnauffahrten und bei einer Raststation in der Steiermark wurden diese 3-D-Markierungen zu Testzwecken angebracht. Die Evaluierung ist im Herbst 2019 vorgesehen.

Mit einer besseren Markierung und Beschilderung sowie mit Geisterfahrerkrallen versucht die ASFINAG, Geisterfahrten zu verhindern.

„Truck Checker“: Innovation für effiziente Kontrollen

Mit der Innovation „Truck Checker“ auf dem 2018 eröffneten Verkehrskontrollplatz Schrick an der A 5 Nord Autobahn können Lkw jetzt noch besser unter die Lupe genommen werden. Der „Truck Checker“ ist eine geeichte dynamische Achslastwaage, die zuverlässig das Gewicht erfasst, ohne das Schwerfahrzeug zu stoppen. Das angezeigte Gewicht aller vier Achsen und der optische Eindruck sind entscheidend dafür, ob der Lkw kontrolliert wird oder wieder auf die Autobahn auffahren darf.

Der Schwerverkehr ist in fast die Hälfte aller tödlichen Unfälle auf Autobahnen und Schnellstraßen involviert – unabhängig von der Verschuldensfrage. Regelmäßige Überprüfungen sind für die Verkehrssicherheit daher enorm wichtig.

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Keine Kompromisse bei der Tunnelsicherheit

2018 hat die ASFINAG insgesamt über 250 Millionen Euro in die Verbesserung der Sicherheitstechnik und in zweite Tunnelröhren investiert. Besondere Highlights: die Fertigstellung des Vollausbaus der Tunnelkette Klaus auf der A 9 Pyhrn Autobahn und der zweiten Tunnelröhre des Perjentunnels auf der S 16 Arlberg Schnellstraße sowie die Sanierung des Kaisermühlentunnels auf der A 22 Donauufer Autobahn.

Diese Projekte stehen aber nur stellvertretend für viele Tunnel, die mit hochmodernen LED-Beleuchtungen, Lüftungsanlagen, vollautomatischen Sprühnebelanlagen zur Brandbekämpfung und dem „Akustischen Tunnelmonitoring“ (AKUT) ausgestattet wurden. Damit zählen die 165 Tunnel auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen zu den modernsten und sichersten in Europa.

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Der Brand im Oktober 2018 im Gleinalmtunnel hat gezeigt, dass unsere Investitionen in die Tunnelsicherheit überaus sinnvoll und unbedingt erforderlich sind. Hochmoderne Sicherheitstechnik in Kombination mit einem guten Einsatzmanagement hatte es ermöglicht, dass 83 Menschen unbeschadet flüchten konnten.

DI Andreas Fromm, MBA

Geschäftsführer ASFINAG Bau Management GmbH

„Hallo Leben“ – Handy weg vom Steuer!

Ablenkung ist auf Österreichs Autobahnen der Risikofaktor Nummer eins. Ein Drittel aller tödlichen Unfälle ist auf Ablenkung zurückzuführen. Jede dritte Lenkerin und jeder dritte Lenker greift während der Fahrt regelmäßig zum Smartphone. Telefonieren, SMS schreiben oder lesen und das Navi bedienen gehört für sie zum „Autofahrer-Alltag“. Ein Fahrzeug zu lenken ist aber kein Nebenjob, sondern erfordert Konzentration und Aufmerksamkeit.

Ablenkung am Steuer war daher 2018 das Thema der jährlichen Verkehrssicherheitskampagne „Hallo Leben“. Auf 200 Plakaten, in 100 Printinseraten, mehr als 1.000 TV- und Hörfunkspots, online und über Social-Media-Kanäle wurden die dramatischen Folgen von Ablenkung am Steuer aufgezeigt. Das Ziel der ASFINAG: Den Lenkerinnen und Lenkern bewusst zu machen, dass sie selbst durch ihr Verhalten für mehr Verkehrssicherheit sorgen können – trotz aller Sicherheitsfeatures in den Fahrzeugen.

Verkehrssicherheit ist Teamwork und nur, wenn alle mitmachen, kann es klappen.

Die Wirkungsmessung der Kampagne zeigt erfreuliche Ergebnisse: Die Zahl jener, die niemals ohne Freisprecheinrichtung im Auto telefonieren, ist um 15 Prozentpunkte von 60 auf 75 Prozent gestiegen. Die Zahle jener, die während der Fahrt Handynachrichten lesen, hat sich halbiert. Dies ist für die ASFINAG Ansporn, den Weg weiterzugehen und auf Bewusstseinsbildung bei den Lenkerinnen und Lenkern zu setzen.

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Unser Ziel ist ehrgeizig: möglichst keine Verkehrstoten auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen. Wir investieren dafür viel Geld und mit unseren Kampagnen wollen wir den Lenkerinnen und Lenkern bewusst machen, dass sie selbst wichtige Mitglieder des Teams ‚Verkehrssicherheit‘ sind. Die Ergebnisse spornen uns an. Wir werden unsere Verkehrssicherheits-Kampagnen fortsetzen und noch stärker als bisher mit Ministerien, dem Kuratorium für Verkehrssicherheit, mit Einsatzorganisationen und den Automobilclubs zusammenarbeiten. Je mehr mitmachen, desto besser.

Mag. Christian Spitaler

Leiter Marketing und Kommunikation, ASFINAG Holding

Jubiläum für die Section Control

Ein Erfolgsmodell in puncto Sicherheit hatte im Sommer 2018 ihr 15-jähriges „Jubiläum“: Im September 2003 installierte die ASFINAG im Kaisermühlentunnel auf der A 22 Donauufer Autobahn die erste stationäre Section-Control-Anlage. Damit sind die Unfälle in Wiens längstem Autobahntunnel um 50 Prozent zurückgegangen, seit damals gab es dort keinen tödlichen Unfall. Derzeit sind mit dem Tunnel Kaisermühlen sechs Streckenbereiche auf Österreichs Autobahnen mit Section-Control-Anlagen ausgestattet.

Auf allen Abschnitten ist seither ein Rückgang der Unfallzahlen von bis zu 50 Prozent zu verzeichnen. Das Hauptziel, die Schwere der Unfälle zu verringern, wurde in allen diesen Abschnitten zu 100 Prozent erreicht. Auch in Baustellenbereichen hat sich der Einsatz bewährt.

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Wir setzen auf Section Control, wo herkömmliche Maßnahmen für weniger Geschwindigkeit keinen Erfolg erzielen. Das Tempo wird reduziert und harmonisiert, unfallträchtige Fahrmanöver wie plötzliche Spurwechsel, abruptes Bremsen und zu geringer Abstand kommen dadurch seltener vor.

DI Bernhard Lautner

Teamleiter Verkehrssicherheit und Verkehrsorganisation, ASFINAG Service GmbH