Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist in der ASFINAG kein Lippenbekenntnis. Dass sich die vielen Initiativen – von Diversity über Energie- und Umweltmaßnahmen, Personalentwicklung bis hin zu Verkehrs- und Arbeitssicherheit – auszahlen, bescheinigt erneut das renommierteste Rating-Unternehmen im europäischen Raum, die ISS oekom research. Die ASFINAG konnte das erfolgreiche Prime-Rating also auch 2018 erreichen.

Weitere Informationen zum Nachhaltigkeitsmanagement finden Sie auch in anderen Kapiteln des Geschäftsberichts, auf www.asfinag.at/ueber-uns/verantwortung und in unserem Nachhaltigkeitsbericht unter www.nachhaltigkeit-asfinag.at. Dort können Sie auch den konsolidierten nichtfinanziellen Bericht der ASFINAG herunterladen. Gerne laden wir Sie auch ein, zu unserem Nachhaltigkeitsbericht Feedback zu geben und die wesentlichen Themen mitzubestimmen: stakeholder.nachhaltigkeit-asfinag.at.

Grüne Mobilität: ambitioniertes Programm für mehr E-Tankstellen

Umstieg auf alternative Antriebe aktiv fördern: Das Ziel, über das Jahr 2018 österreichweit eine ausreichende Anzahl an E-Ladestationen für Elektrofahrzeuge anzubieten, hat die ASFINAG erreicht. Mit Dezember waren an 26 Raststationen E-Tankstellen in Betrieb. Damit ist zumindest alle 100 Kilometer entlang der Autobahnen und Schnellstraßen die Versorgung gewährleistet. Die ASFINAG selbst investierte 2018 dafür etwa drei Millionen Euro.

Weitere Ziele bei dieser Netzabdeckung waren einfachere und schnellere Lademöglichkeiten. Mit Ladeleistungen von 50, 150 und teilweise 350 kW stehen Autos in weniger als 30 Minuten wieder „unter Strom“. An den E-Tankstellen können alle Fahrzeugtypen geladen werden, akzeptiert werden mehrere gängige Zahlungsmittel.

Weitere Informationen

Wir haben unser Ziel exakt erreicht und bis Ende 2018 eine Netzabdeckung umgesetzt. Aber der Ausbau geht natürlich weiter, 2019 sind fünf zusätzliche Standorte vorgesehen.

DI Karl-Christian Petz

Abteilungsleiter Raststationen und Liegenschaften

Mit Handarbeit gegen unerwünschte Pflanzen

Die ASFINAG geht umweltschonend und nachhaltig gegen Unkraut vor – wie etwa beim Einsatz gegen Neophyten, also gegen Pflanzen, die sich in einer Region etabliert haben, in der sie zuvor nicht heimisch waren. 2018 war etwa das Schmalblättrige Greiskraut, das ursprünglich aus Südafrika stammt, in Österreich auch an Autobahnen auf dem Vormarsch und verdrängte heimische Pflanzen.

Seit 2015 verzichtet die ASFINAG freiwillig auf den Einsatz des Unkrautvernichters Glyphosat. Deswegen entfernen die Mitarbeitenden unerwünschte Pflanzen händisch. Das Material wird anschließend einer befugten Entsorgungsfirma übergeben. ASFINAG Mitarbeitende haben zudem auch Ausbildungen als Fachkräfte zur Neophyten-Bekämpfung absolviert.

Archäologische Grabungen: spektakulärer Fund im Weinviertel

Ein Blick in die Vergangenheit: 2018 stieß ein Archäologieteam an der geplanten Trasse der A-5-Umfahrung Drasenhofen auf einen Platz, der von Steinzeitmenschen zum Zerlegen der Jagdbeute genutzt worden war. Nachhaltigkeit bedeutet für die ASFINAG auch, vor dem Bau einer neuen Strecke kulturelle Zeugnisse aufzuspüren und zu bewahren.

Rechtzeitige archäologische Grabungen sichern anschließend zudem einen raschen Baufortschritt ohne Unterbrechungen. Die bei der Fundstelle Tännau freigelegten Knochen von Mammuts wurden auf ein Alter zwischen 28.000 und 18.000 Jahren geschätzt.

Durch den laufenden Autobahnbau werden im nördlichen Weinviertel immer wieder sensationelle archäologische Funde gemacht. Für uns ist wichtig, dass solche Zeugnisse der Nachwelt erhalten bleiben.

DI Heinz Springer

Projektleiter Neubau A-5-Umfahrung Drasenhofen, ASFINAG Bau Management GmbH

Tunnelenergie durch die Kraft der Sonne

Eine erneuerbare Energiequelle direkt vor Ort: Die ASFINAG stattet immer mehr Tunnel mit Fotovoltaikanlagen auf dem Dach oder bei den Portalen aus. Der mit der Kraft der Sonne erzeugte Strom wird also gleich dort erzeugt, wo er verbraucht wird. Das Unternehmen hat 2018 – neben den bereits in Betrieb befindlichen Anlagen auf Plabutsch- und Herzogbergtunnel an der A 2 Süd Autobahn sowie auf der Einhausung Trebesing an der A 10 Tauern Autobahn – Fotovoltaikanlagen beim Wolfsberg- und Katschbergtunnel an der A 10 errichtet.

Letztere ist die bislang größte Anlage mit einer Leistung von bis zu 195 kW. Die Energie deckt jeweils den Grundverbrauch des Tunnels für Beleuchtung und Betriebs- und Sicherheitssysteme ab. Weitere solche Anlagen sind bereits in Planung und baldiger Umsetzung.

Die ASFINAG nutzt die Kraft der Sonne gleich mehrfach, indem sie grünen Strom wirtschaftlich produziert, die Schadstoffemissionen reduziert und damit die Energieversorgung dezentralisiert.

DI (FH) Kurt Portschy

Gruppenleiter Elektrotechnische und Maschinelle Ausrüstung, Gruppe Wien/NÖ/OÖ/Bgld., ASFINAG Bau Management GmbH

#mission2030: ASFINAG ist bei Klimastrategie an Bord

Globale Klimaveränderungen werden Einfluss auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt haben. Deswegen hat die Bundesregierung mit „#mission2030“ eine Klima- und Energiestrategie erstellt, bei der die ASFINAG mit an Bord ist und ambitionierte Ziele im Hinblick auf die Dekarbonisierung, den Einsatz alternativer Energieträger und die Förderung der E-Mobilität verfolgt.
Beispiele dafür sind etwa die Fotovoltaikanlagen auf Tunnelportalen und die teilweise Umstellung des firmeneigenen Fuhrparks auf Elektro-Pkw samt Ladeinfrastruktur in den Autobahnmeistereien. Im Oktober 2018 wurde die ASFINAG im Rahmen einer EU-Tagung in Graz von Umweltministerin Elisabeth Köstinger für dieses Elektromobilitätskonzept als „klimaaktiv mobil Partner“ ausgezeichnet.

„Textilbeton“ auf Autobahnbrücke – leicht, tragfähig, nachhaltig

In Zusammenarbeit von ASFINAG, BMVIT, ÖBB und TU Graz wurde bei der Murbrücke Gabersdorf auf der A 9 Pyhrn Autobahn das Forschungsprojekt „Retro Tec“ gestartet. Es handelt sich dabei um sogenannten Textilbeton, bei dem statt der herkömmlichen Stahlbewehrung Glas oder Carbonfasern verwendet werden.

„Textilbeton“ hat mehrere Vorteile: Er ist in hohem Maße beständig gegen Rost, Frost und Tausalz, wodurch sich die Lebensdauer der Betonschicht erhöht und damit der Erhaltungsaufwand verringert – eine nachhaltige Lösung für die Umwelt sowie für die Kundinnen und Kunden. Zudem ist er leichter als herkömmlicher Stahlbeton und dennoch tragfähiger.

Hand in Hand: Landschaftspflege und Verkehrssicherheit

Die ASFINAG gehört zu den größten Waldbesitzern Österreichs. Bis August 2018 wurden im Rahmen des Projekts „Baumkontrolle Ersterfassung, Baumkatastererstellung“ gemeinsam mit den Österreichischen Bundesforsten mehr als 22.000 Einzelbäume sowie 5.200 Hektar Gehölzfläche erfasst und analysiert. Mehr als eine Million Daten dokumentieren so den Gesundheitszustand von Bäumen, Sträuchern und Mähflächen entlang des ASFINAG Netzes.

Diese Grünflächen dienen als Sauerstofflieferanten, Lebensräume für Tiere und Erosionsschutz für den Boden.

Sie erhalten die heimische Flora und Fauna und sind ein wichtiger Ausgleich für den Bau neuer Straßen und verbaute Flächen. Diese Areale zu pflegen und gesund zu halten, ist ein wesentlicher Bestandteil der ASFINAG Nachhaltigkeitsstrategie. Denn nur gesunde Bäume sind „verkehrssichere“ Bäume, die auch bei extremen Wetterbedingungen keine Bedrohung für den Verkehr darstellen.

Weitere Informationen

Mit dem Projekt ,Baumkataster‘ verknüpfen wir zwei wichtige Themen der ASFINAG: Nachhaltigkeit und Verkehrssicherheit. Verantwortung für die Natur und die Menschen zu übernehmen, ist unser erklärtes Ziel.

Ing. Rupert Gartler

Förster, Betriebliche Erhaltung, ASFINAG Service GmbH