Wirtschaft­lichkeit

Als nutzerfinanziertes Unternehmen erhält die ASFINAG keine weiteren Zuschüsse aus Budgettöpfen und finanziert das jährliche Investitionspaket aus eigener Kraft. Top Infrastruktur, also ein Plus an Lebensqualität für die Menschen durch wirtschaftlich vertretbare Investitionen – das steht für die ASFINAG im Fokus.

Für das Unternehmen war 2017 ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr: die ASFINAG erwirtschaftete einen Überschuss von 709 Millionen Euro und erhöhte die Eigenkapitalquote auf rund 31 Prozent. Das Unternehmen achtet auch darauf, dass die Verschuldung innerhalb der Lebensdauer der Infrastruktur rückführbar ist – derzeit liegt dieser Wert bei 15 Jahren. Mehr noch: 2017 konnte die ASFINAG die Verbindlichkeiten um 130 Millionen Euro senken

Eine leistungsfähige Infrastruktur ist eine Investition in die Zukunft. Daran arbeiten wir mit viel Kompetenz, höchstem Know-how, Effizienz und Wirtschaftlichkeit. 2017 hat die Konjunktur deutlich angezogen: Das ist für uns umso mehr Ansporn, optimale Straßenverbindungen für die Menschen und die Wirtschaft zu garantieren. Die Basis dafür ist die Fortsetzung unseres erfolgreichen Kurses mit stabilen Einnahmen und einer sorgfältig geplanten Investitionsstrategie.

Dr. KLAUS SCHIERHACKL

Vorstandsdirektor ASFINAG

Drittes Jahr in Folge Schulden reduziert

2017 konnte wieder eine Entschuldung in Höhe von 130 Millionen Euro erzielt werden. Das ist das dritte Jahr in Folge, in dem die ASFINAG ihre Verbindlichkeiten gesenkt hat – in Summe 267 Millionen Euro seit 2015! Ein Grund dafür ist die positive Entwicklung bei den Mauterlösen. Durch den Start großer Neubauvorhaben rechnet die ASFINAG in den kommenden Jahren mit einem moderaten Anstieg der Schulden. Demgegenüber steht auf der Aktivseite ein größeres Netz.

Im Jahr 2022 wird der Höchstschuldenstand mit 12,1 Milliarden Euro erreicht sein. Danach strebt die ASFINAG eine nachhaltige Entschuldung an. Wichtig dabei: Strategische Ziele wie „Jahresüberschuss von mehr als 300 Millionen Euro“ und „fiktive Schuldentilgungsdauer unter 30 Jahren“ werden über den gesamten Zeitraum eingehalten. Somit stellt die ASFINAG sicher, dass sie auch in Zukunft ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen ist.

Investorinnen und Investoren setzen auf die ASFINAG: Finanzierung günstig wie noch nie!

Die ASFINAG ist wirtschaftlich hervorragend unterwegs – ein Indikator dafür ist das große Vertrauen der Investorinnen und Investoren bei Anleihen. Zur Refinanzierung von fälligen Verbindlichkeiten hat die ASFINAG im Herbst 2017 eine Anleihe mit einem Volumen von 750 Millionen Euro auf den internationalen Kapitalmärkten begeben. Deren Laufzeit beträgt sieben Jahre und die jährlichen Zinsen liegen mit nur 0,25 Prozent pro Jahr auf einem historischen Tiefstand. Noch nie zuvor konnte die ASFINAG so günstige Konditionen für eine langfristige Mittelaufnahme erzielen.

Trotz dieser niedrigen Verzinsung war die Anleihe bei den Investorinnen und Investoren sehr gefragt. Mehr als das Dreifache der von der ASFINAG benötigten Summe hätte verkauft werden können! Dies beweist einmal mehr die gute Reputation der ASFINAG auf den Kapitalmärkten und das Vertrauen der Investorinnen und Investoren in die wirtschaftliche Performance.

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2017 hat die Wirtschaft einen Boom erlebt, die Zinsen waren sehr tief. Die ASFINAG zeigt sich gerade in dieser wirtschaftlich agilen Zeit als ein Partner, dem Investorinnen und Investoren vertrauen. Noch nie zuvor gab es derart günstige Konditionen für eine langfristige Finanzierung auf dem Anleihenmarkt. Die hervorragende Performance der ASFINAG kommt auf den Märkten gut an und lässt das bereits große Vertrauen der Investorinnen und Investoren weiter steigen.

Mag.a GABRIELE CSOKLICH

Geschäftsführerin ASFINAG European Toll Service GmbH

Fahrleistung auf dem ASFINAG Netz stieg auf 31,5 Milliarden Kilometer

Die Wirtschaft im Jahr 2017 hat sich gut entwickelt – das zeigt der Blick auf die Verkehrs- und Mautentwicklung auf den Autobahnen und Schnellstraßen. Die Erlöse stiegen 2017 um ein leichtes Plus auf 2,08 Milliarden Euro, 1,35 Milliarden Euro davon allein aus der Lkw- und Busmaut. Der Schwerverkehr nahm um 3,4 Prozent zu, vor allem auf den Hauptverkehrsrouten Tauern- und Brennerkorridor verzeichnete die ASFINAG starke Anstiege. Mehr individuelle Mobilität, ein Anstieg bei Urlaubsfahrten mit dem Auto und die boomende Wirtschaft sind Gründe dafür.

ASFINAG ist Motor für Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Durch bessere Anbindungen entstehen optimale Voraussetzungen für die Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt. 956 Millionen Euro investierte die ASFINAG 2017 in Autobahnen und Schnellstraßen. Diese Investitionen geben wesentliche Impulse für Konjunktur und Beschäftigung – das zeigt eine 2017 präsentierte Studie des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) anhand der geplanten S 1 Wiener Außenring Schnellstraße. Mit dem Teilstück der S 1 vom Knoten Schwechat bis Süßenbrunn – in Kombination mit der S-1-Spange Seestadt und dem Westabschnitt der S 8 Marchfeld Schnellstraße – ergibt sich in zehn Jahren ein Zuwachs von 7.000 Beschäftigten. Im Nahbereich der neuen S 1 mit dem Lobautunnel werden knapp 3.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, in Gebieten entlang der Spange Seestadt bis zu 1.500 und nahe der S 8 Marchfeld Schnellstraße bis zu 2.600. In einer Gesamtbetrachtung kommen noch die kurzfristigen, aber sehr starken Beschäftigungseffekte während der Bauphase hinzu. Diese liegen nach den Untersuchungen des WIFO bei zusätzlich bis zu 25.000 Beschäftigten.

EU-Förderungen für Projekte: Die Erfolgsserie geht weiter

Mehr Verkehrssicherheit und den Einsatz innovativer Technologien forcieren: Diese ASFINAG Ziele finden auch auf europäischer Ebene Anklang. Im Rahmen des Förderprogramms „Connecting Europe Facility“ (CEF) der Europäischen Union konnte die ASFINAG 2017 wieder erfolgreich Fördergelder lukrieren. Konkret: Das Gemeinschaftsprojekt „zweite Röhre Karawankentunnel“ der ASFINAG und des slowenischen Autobahnbetreibers DARS wird in Höhe von 17,7 Millionen Euro von der Europäischen Union gefördert. Hierbei entfallen 13 Millionen Euro auf die ASFINAG. Die ebenfalls geförderte A 5 Nord/Weinviertel Autobahn (Schrick bis Poysbrunn) wurde Anfang Dezember 2017 feierlich eröffnet.

Im Bereich intelligenter Transportsysteme erhielt das Projekt „Inframix“ eine Förderzusage über rund eine halbe Million Euro im Rahmen des EU-Forschungsförderprogramms „Horizon 2020“. Ziel dabei: die Straßeninfrastruktur darauf vorzubereiten, dass zukünftig konventionelle und automatisierte Fahrzeuge gemeinsam sicher unterwegs sind.

Verkehrssicherheit kennt bekanntlich keine Grenzen. Unsere Vorhaben finden auf europäischer Ebene großen Anklang und zeigen, dass wir nicht nur gut unterwegs, sondern auch auf europäischer Ebene gut vernetzt sind. Innovation ist dabei ein Trumpf der ASFINAG – Förderungen für die Zukunft des automatisierten Fahrens beweisen das deutlich. Wir wollen so auch weiterhin als moderner Straßenbetreiber im europäischen Spitzenfeld bleiben.

DI (FH) RENE MOSER

Geschäftsführer ASFINAG Commercial Services GmbH

Eine Milliarde Euro nach Bestbieterprinzip vergeben

Bei der Vergabe von Bauleistungen setzt die ASFINAG erfolgreich auf das Bestbieterprinzip und hat 2017 den entsprechenden Katalog an Kriterien erweitert. Maßgeblich für den Zuschlag ist dabei nicht mehr ausschließlich der Preis. In die Entscheidung fließen auch klar definierte Qualitätskriterien wie etwa eine längere Gewährleistung, eine kürzere Bauzeit und ein hoher Facharbeiteranteil ein. Im Vorjahr hat die ASFINAG bereits ein Volumen von einer Milliarde Euro nach dem 2015 neu eingeführten Bestbieterprinzip vergeben. Mittlerweile umfasst der Kriterienkatalog 31 Punkte – darunter auch viele soziale Faktoren wie etwa die Anzahl der Lehrlinge und Personen über 50 Jahre auf den Baustellen. Zu den größten Vergabeverfahren nach diesem Erfolgsmodell zählen etwa der Vollausbau der A 9 Pyhrn Autobahn in Oberösterreich und der zweiröhrige Ausbau des steirischen Gleinalmtunnels. Die Ziele der ASFINAG: noch mehr Qualität bei den Bauprojekten, eine längere Lebensdauer der Infrastruktur und ein geringerer Erhaltungsaufwand.

Zwei neue internationale Provider für Österreichs Lkw-Mautsystem

Lkw- und Busmaut in mehreren Ländern mit nur einem einzigen Gerät bezahlen: An diesem Ziel arbeitet die ASFINAG auf europäischer Ebene bereits seit einigen Jahren in führender Position mit. Im Rahmen des Europäischen Elektronischen Mautdienstes, kurz EETS genannt, ist es gelungen, mit der italienischen Telepass und der deutschen DKV EURO SERVICE (DKV) gleich zwei Provider für das österreichische Mautsystem freizuschalten. Das bedeutet: Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer müssen sich keine eigene GO-Box besorgen, denn auch in Österreich können Lkw mit On-Board-Geräten von Telepass und DKV problemlos die Maut bezahlen. Damit macht die ASFINAG einen weiteren wichtigen Schritt, um das Bezahlen der Maut über Grenzen hinweg in Europa noch einfacher zu gestalten.

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Saubere Lkw sind weiterhin mit einem Bonus unterwegs

Neu geregelt wurde 2017 das Lkw- und Busmautsystem in Österreich. Statt des bisherigen vierstufigen Bonus-Malus-Systems entlang der EURO-Emissionsklassen gibt es nur mehr zwei Grundkilometertarife, auf die externe Kosten für Luftverschmutzung und Lärmbelastung aufgeschlagen werden. Dieser Schritt ist wesentlich, wenn es um die Kostenwahrheit zwischen den Verkehrsträgern geht. 2018 ist eine inflationsbedingte Anpassung der Tarife um ein Prozent vorgesehen. Für die ASFINAG wichtig: Die saubersten Lkw profitieren dabei auch weiterhin von einem Bonus. Das bedeutet: Fahrzeuge der Kategorie VI zahlen zwei Prozent weniger als andere Lkw. Bei den externen Kosten gibt es keine weiteren tariflichen Anpassungen. Mit den Einnahmen aus der Infrastrukturmaut von Lkw und Bussen finanziert die ASFINAG den Bau und den Betrieb der heimischen Infrastruktur sowie Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Von Mazedonien bis Dubai: ASFINAG Wissen ist weltweit begehrt

Die ASFINAG ist einer der führenden Autobahnbetreiber Europas und die ASFINAG Commercial Services stellt ihr Know-how auch im Ausland bereit. Der Umgang mit elektronischen Mautsystemen und deren Handling standen dabei im Mittelpunkt von Beratungsleistungen. In Mazedonien, Rumänien und Slowenien wurden die dortigen Autobahngesellschaften bei der Implementierung neuer Mautsysteme fachmännisch beraten. In Deutschland und Polen wurden Bietende bei der Neuausschreibung der dortigen Mautsysteme beraten. Aber nicht nur in Europa, auch international zählt man auf die Expertise aus Österreich.

So arbeitet die ASFINAG Commercial Services derzeit in Kasachstan an der Entwicklung eines Konzepts für ein landesweites Mautsystem mit. Darüber hinaus konnte in Dubai ein Auftrag für das Training und die Weiterbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der dortigen Straßenverwaltung gewonnen werden. Die ASFINAG ist auf der internationalen Bühne ein gefragter Partner.

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Verkehrssicherheit, Mautsysteme und klassische Straßenverwaltung sind globale Themen, denn beinahe jedes Land will den Verkehr möglichst sicher und problemlos abwickeln. Mit unseren Beratungen sind wir ein weltweit gefragter Partner, wenn es um Expertisen rund um Bau, Betrieb und Maut geht. Dabei stellen wir unsere Erfahrungen, unsere Strategien und unser Know-how zur Verfügung – das macht uns zu einem gefragten Beratungsunternehmen.

Dr. ANTON SIEBER

Geschäftsführer ASFINAG Commercial Services GmbH

Größtmöglicher Nutzen von Projekten bei geringst­möglichem Aufwand

Die Bewertung von Projekten hinsichtlich Nutzen und Wirtschaftlichkeit rückt immer stärker in den Fokus. Das Ziel: Der größtmögliche Nutzen beim geringstmöglichen Aufwand soll gewährleistet werden. So werden nicht nur ausschließlich neu geplante Projekte einer noch intensiveren Prüfung unterzogen, sondern es wird auch die Möglichkeit einer Deinvestition beleuchtet.

Ein geordnetes Abbauen von entbehrlichen und somit nicht mehr unbedingt benötigten Anlagen kann mittelfristig zu wirtschaftlich positiven Effekten führen. Das bedeutet automatisch auch eine geringere Kapitalbindung. Für die ASFINAG ist deswegen klar: Eine derartige Projektbewertung ist verpflichtend für das Projektanforderungsmanagement.

Bestmöglicher Nutzen bei geringstmöglichem Aufwand: Wir achten in allen Bereichen darauf, dass die Finanzmittel effektiv und nachhaltig eingesetzt werden. Schließlich kommt das Geld direkt von unseren Kundinnen und Kunden. Es ist unser Auftrag, den Nutzen all unserer Vorhaben zu prüfen und bei höchstmöglicher Wirtschaftlichkeit umzusetzen. Dabei prüfen wir auch Strategien wie etwa die Deinvestition, also ein geordnetes Abbauen von entbehrlichen Anlagen, um das Geld nur in den Anlagen zu binden, die einerseits erforderlich sind und andererseits am meisten Nutzen bringen.

DI Mag. STEFAN RESCH

Abteilungsleiter Controlling, Kosten- und Mauttarifrechnung, ASFINAG Holding