Verfügbar­keit

Für eine top Infrastruktur: das Investitions­programm 2017

Die ASFINAG investierte 956 Millionen Euro in den Neubau, die Erweiterung und die Erhaltung der Autobahnen und Schnellstraßen. Die Ziele: größtmögliche Leistungsfähigkeit, höchste Sicherheit sowie umfassender Schutz für Mensch und Umwelt und mehr Chancen zur wirtschaftlichen Entwicklung.

Ein Highlight war dabei die Verkehrsfreigabe der A 5 Nord Autobahn zwischen Schrick und Poysbrunn im niederösterreichischen Weinviertel.

Mit dem Start der Arbeiten für die S 7 Fürstenfelder Schnellstraße, die S 36 Murtal Schnellstraße zwischen St. Georgen ob Judenburg und Scheifling sowie die S 3 Weinviertler Schnellstraße von Hollabrunn bis Guntersdorf hat der Streckenneubau im vergangenen Jahr an Fahrt aufgenommen.

Mit mehr als 30 Großprojekten lag auch 2017 ein Fokus auf der Tunnelsicherheit. Mit der Fertigstellung der Generalerneuerung des Arlbergtunnels hat die ASFINAG 2017 eines der herausforderndsten Tunnelprojekte abgeschlossen.

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Neue A 5 Nord Autobahn: zukunfts­weisend für das Weinviertel

Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit hat die ASFINAG im Dezember 2017 die neuen 25 Autobahnkilometer der A 5 Nord Autobahn für den Verkehr geöffnet. Damit wurden 60 Prozent des Durchzugsverkehrs von der stark belasteten B 7 Brünner Straße auf die neue Strecke verlagert. Die A 5 steht für höhere Verkehrssicherheit sowie weniger Lärm und Luftschadstoffe für Tausende Anrainerinnen und Anrainer. Wie wichtig die neue A 5 ist, zeigt auch die Kofinanzierung durch die Europäische Union.

Durch „Connecting Europe Facility“ (CEF) wurde ihr Weiterbau von Schrick bis Poysbrunn mit einem Betrag von rund 21 Millionen Euro gefördert. Darüber hinaus hat die A 5 in ihrer Gesamtheit große Bedeutung für den europäischen transnationalen Straßenverkehr. Sie ist Teil des Baltisch-Adriatischen Kernnetzkorridors.

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Wenn wir eine Autobahn bauen, vereinen wir immer drei zentrale Ansprüche: eine leistungsfähige Infrastruktur, den Schutz der Menschen und der Umwelt und die bestmögliche Integration der neuen Strecke in das Landschaftsbild. Bei der A 5 ist uns das besonders gut gelungen.

DI CHRISTIAN MUSIL

Projektleiter Neubau A 5, ASFINAG Bau Management GmbH

Sanierung Arlbergtunnel: Best-Practice-Großbaustelle

Ende 2017 hat die ASFINAG die Sanierung des Arlbergtunnels auf der S 16 Arlberg Schnellstraße abgeschlossen. Die drei Jahre dauernden Bauarbeiten waren in vielerlei Hinsicht ein Best-Practice-Projekt. Die Arbeiten wurden früher als geplant fertig und die Verkehrsabwicklung lief trotz zweier Tunnelsperren einwandfrei. Der Schlüssel zum Erfolg waren zahlreiche Innovationen. Zur Verkürzung der Bauzeit wurden bei der Ausschreibung finanzielle Anreize gesetzt und alle Arbeiten waren saisonal abgestimmt, um im Winter eine Umleitung über den Arlberg zu vermeiden.

Darüber hinaus startete die ASFINAG eine intensive nationale wie internationale Informationskampagne, um die Verkehrsteilnehmenden über Umleitungen und Sperren zu informieren. Mit im Maßnahmengepäck waren aktuelle Infos direkt auf der Strecke und eine eigene Homepage in drei Sprachen. So hat die ASFINAG sichergestellt, dass sowohl die regionale Umleitung als auch die Umleitung über Deutschland und die Schweiz zu jeder Zeit funktionierten.

Die innovative Planung und Abwicklung dieses Projektes haben Vorbildcharakter. Wir haben damit bewiesen, dass sich ein enger und guter Schulterschluss sowohl mit Ländern, Behörden und Wirtschaftskammern als auch mit den Auftragnehmern und den Medien auszahlt. Vor allem die beiden mehrmonatigen Totalsperren des Arlbergtunnels waren ein Drahtseilakt, der jedoch nicht besser hätte laufen können.

DI CHRISTOPH WANKER

Projektleiter Sanierung Arlbergtunnel, ASFINAG Bau Management GmbH

Weiterbau S 3: mehr Sicherheit und höhere Lebensqualität

Am 29. Mai 2017 gab die ASFINAG den Startschuss für den Weiterbau der S 3 Weinviertler Schnellstraße von Hollabrunn bis Guntersdorf. Die neuen elf Kilometer stehen für mehr Verkehrssicherheit und eine bessere Lebensqualität für Tausende Menschen im westlichen Weinviertel. Durch die zukünftig optimale Anbindung an die Landeshauptstädte St. Pölten und Wien profitieren vom Bau auch die vielen Pendlerinnen und Pendler sowie die Wirtschaft. Errichtet wird die neue S 3 in zwei Etappen. Drei Anschlussstellen und 19 Brücken umfasst das Projekt. Alle Brücken werden integral, also aus einem Guss errichtet. Das spart Wartungskosten und erhöht den Fahrkomfort. 2020 plant die ASFINAG die Verkehrsfreigabe.

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S 36: zwei Ausbaustufen für mehr Sicherheit

Mit der Freigabe der Unterflurtrasse in St. Georgen hat die ASFINAG bereits im Dezember 2015 den ersten Teil des Ausbaus der S 36 Murtal Schnellstraße abgeschlossen. Der Spatenstich für den zweiten Abschnitt erfolgte am 18. März 2017. Bis Herbst 2020 wird mit der Unterflurtrasse Unzmarkt das zweite Herzstück der neuen S 36 errichtet. Der rund 1.000 Meter lange Abschnitt entlastet Unzmarkt-Frauenburg vom Durchzugsverkehr und sorgt für mehr Verkehrssicherheit. Das Besondere dabei: Zum Schutz der Menschen im Nahbereich der Baustelle errichtet die ASFINAG die Unterflurtrasse gänzlich ohne Sprengarbeiten. Im Endausbau stehen dann zwischen St. Georgen ob Judenburg und Unzmarkt/Hirschfeld zwei Fahrspuren pro Richtung auf den baulich getrennten Richtungsfahrbahnen zur Verfügung.

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Grünes Licht für zentrale Bauprojekte

Nach einer langen Planungsphase und komplexen Genehmigungsverfahren gab es 2017 endlich grünes Licht für drei wichtige Projekte: A 26 Linzer Autobahn, S 7 Fürstenfelder Schnellstraße und A 5 Nord Autobahn – Abschnitt Umfahrung Drasenhofen.

Der erste Bauabschnitt der A 26 ist die neue Linzer Donaubrücke. Die europaweite Ausschreibung für die Bauleistungen hat die ASFINAG noch 2017 veröffentlicht. Um Platz für die künftige Baustelle zu schaffen, wurde im Vorjahr damit begonnen, den Donau-Radweg zu verlegen. Die vierte Donaubrücke der oberösterreichischen Landeshauptstadt wird nach ihrer Fertigstellung 2023 das innerstädtische Straßennetz um 20.000 Autos pro Tag entlasten.

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Positive Nachrichten gab es 2017 auch für die S 7. Sie führt künftig von der steirischen A 2 Süd Autobahn bei Riegersdorf bis Heiligenkreuz im Burgenland. Im November 2017 hat die ASFINAG die erste große Ausschreibung veröffentlicht. Die Verkehrsfreigabe der 28 neuen Schnellstraßenkilometer ist für 2023 vorgesehen. Die S 7 als Verbindung zweier Bundesländer steht für die Entlastung der Gemeinden, kürzere Wege für die Pendelnden und die Ankurbelung der regionalen Wirtschaft.

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Beim A-5-Abschnitt Umfahrung Drasenhofen wurden im Vorjahr ebenfalls die Weichen auf Weiterbau gestellt. Für die fünf Kilometer lange Strecke hat die ASFINAG im Oktober die Bauausschreibung veröffentlicht. Archäologische Grabungen, die Verlegung von Leitungen für Gas und Strom sowie die Arbeiten zum Freimachen des Baufeldes waren die ersten Maßnahmen. Im zweiten Halbjahr 2019 plant die ASFINAG die Verkehrsfreigabe.

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Wir bieten eine top Infrastruktur. Dazu gehört auch, dort, wo es notwendig ist, neue Strecken zu errichten. Denn wir bauen für die Zukunft. Damit können wir gewährleisten, dass die Lenkerinnen und Lenker auch morgen sicher, rasch und entspannt vorwärtskommen. Dabei stehen in jeder Phase der Planung und des Baus der Mensch, die Umwelt und auch der Wirtschaftsstandort im Vordergrund.

DI ALEXANDER WALCHER

Geschäftsführer ASFINAG Bau Management GmbH

A 1 und A 4: dritte Fahrspuren für mehr Kapazitäten

Die A 1 West Autobahn zählt zu den wichtigsten Transitrouten in Österreich. Mit dem Bau der dritten Fahrspur zwischen Matzleinsdorf und Pöchlarn schließt die ASFINAG die letzte verbleibende, fünf Kilometer lange Engstelle auf der A 1. Damit verbunden sind mehr Sicherheit und Leistungsfähigkeit. Nach der Fertigstellung des Ausbaus im Mai 2018 ist die West Autobahn zwischen dem Knoten Steinhäusl in Niederösterreich und dem Voralpenkreuz in Oberösterreich über insgesamt 166 Kilometer durchgängig auf drei Fahrspuren befahrbar. Bereits im Winter 2017 hat die ASFINAG während der Arbeitspause vorübergehend die dritte Fahrspur in beiden Fahrtrichtungen für den Verkehr geöffnet.

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Für täglich Tausende pendelnde Menschen ist die A 4 Ost Autobahn die einzige hochrangige Verbindung nach Wien. Darüber hinaus hat die A 4 als Verbindung Richtung Ungarn und Slowakei eine große wirtschaftliche Bedeutung. Dementsprechend hoch ist mit etwa 17 Prozent auch der Lkw-Anteil. Damit die A 4 zukünftig sicherer und leistungsfähiger ist, baut die ASFINAG zwischen Fischamend und Neusiedl in beiden Fahrtrichtungen eine dritte Fahrspur. Im vergangenen Jahr wurde mit den Vorbereitungen begonnen: Die Anschlussstellen Fischamend und Bruck an der Leitha West sowie der Bereich der Raststation Göttlesbrunn werden an die zukünftig dreispurige Ost Autobahn angepasst. Voraussichtlich 2023 soll die A 4 Ost Autobahn dann durchgehend zwischen dem Knoten Schwechat in Niederösterreich und der Anschlussstelle Neusiedl im Burgenland dreispurig zu befahren sein.

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Wir wollen, dass die Menschen rasch und vor allem sicher an ihr Ziel kommen. Weil wir aber sorgfältig mit dem Geld unserer Kundinnen und Kunden umgehen, schauen wir uns sehr genau an, wo Autobahnausbauten wirklich sinnvoll sind. Mit den dritten Spuren auf der West und der Ost Autobahn schaffen wir es, diese Abschnitte fit für die Zukunft zu machen.

Ing. GEORG SINGER

Gruppenleiter Bau Ost/Gruppe NÖ Nord, ASFINAG Bau Management GmbH

Leistungsfähige Infrastruktur für eine moderne Bundes­hauptstadt

Mit bis zu 200.000 Autos täglich ist die A 23 Südosttangente Wien die am stärksten befahrene Autobahn Österreichs. Mit umfassenden Sanierungen und hochmoderner Technik stellt die ASFINAG sicher, dass die Tangente den steigenden Ansprüchen der Zukunft gewachsen ist. 2017 hat die ASFINAG dafür zwei weitere Großprojekte abgeschlossen: die Instandsetzung der Praterbrücke – sie ist die am meisten frequentierte Autobahnbrücke des Landes – und die Generalerneuerung zwischen Stadlau und Hirschstetten. Auf Hochtouren läuft noch bis zum Sommer 2018 der Neubau der Hochstraße Inzersdorf. Der rund vier Kilometer lange Abschnitt wird bereits seit 2014 unter laufendem Verkehr neu gebaut. Auf der A 22 Donauufer Autobahn bringt die ASFINAG den zwei Kilometer langen Tunnel Kaisermühlen technisch auf den letzten Stand. 1.600 Hightech-LED-Lampen, hochmoderne Video- und Ablufteinrichtungen und das akustische Tunnelfrühwarnsystem „AKUT“ sorgen im städtischen Tunnel für noch mehr Sicherheit.

Weitere Informationen zur A 22 Donauufer Autobahn

Weitere Informationen zur A 23 Südosttangente

Anreize und Innovationen für kürzere Bauzeiten

Sanierungen und Ausbauten gilt es rasch, wirtschaftlich und mit möglichst wenig Behinderungen abzuwickeln. Damit das gelingt, geht die ASFINAG innovative Wege. Finanzielle Anreize bei Ausschreibungen motivieren dazu, durch technische oder organisatorische Optimierungen die Bauzeit zu verkürzen. Wird ein Bauprojekt früher fertig, schüttet die ASFINAG einen Bonus aus. Dass die ASFINAG mit dieser „Motivation am Bau“ den richtigen Weg geht, hat 2017 etwa der Einsatz des „Road Zippers“ gezeigt.

Dieser ermöglichte die flexible Baustelleneinrichtung bei Stadlau/Hirschstetten, zusätzliche Sperren für das Umstellen von Betonleitwänden wurden so vermieden. Damit konnte diese Baustelle im Sommer 2017 auch früher fertiggestellt werden. Ebenfalls ein positives Ergebnis aus dem Bonus-Malus-System war die um fünf Wochen kürzere Bauzeit auf der der A 4 Ost Autobahn zwischen dem Knoten Schwechat und dem Flughafen Wien.

Durch finanzielle Anreize schaffen wir eine gute Basis für kreative und innovative Ansätze bei der Abwicklung von Baustellen. Jede Idee der Baufirmen zur rascheren Fertigstellung von Bauprojekten ist uns willkommen. Das fördert zum einen die gute Zusammenarbeit und bringt darüber hinaus enorme Vorteile für die Autofahrenden.

DIin BRIGITTE MÜLLNERITSCH

Clusterleiterin A 23, ASFINAG Bau Management GmbH

Ein Blick in die Zukunft: „Zielnetz 2030+“

Zwei Themen werden die ASFINAG in der Zukunft verstärkt begleiten: der steigende Personen- und Güterverkehr und neue Trends, wie beispielsweise automatisiertes Fahren und „Truck Platooning“, bei dem vernetzte Lkw-Kolonnen dicht hintereinanderfahren. Neue Entwicklungen erfordern – zusätzlich zu konventionellen Methoden zur Erhöhung der Streckenverfügbarkeit – auch alternative Ansätze bei der Planung. Ein Beispiel ist der Schulterschluss unterschiedlicher Infrastrukturanbieter zur optimalen Nutzung verschiedener Verkehrsmittel (Multimodalität). Im Rahmen der Entwicklung des „Zielnetzes 2030+“ arbeitet die ASFINAG dafür ein integratives Zielsystem aus. Darin werden sowohl verkehrliche und ökologische als auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt. Aber auch Innovationen, wie individuelle Mobilitätsangebote („Mobility as a Service“), und gesellschaftliche Entwicklungen, wie die infrastrukturelle Urbanisierung, finden Einzug in das ASFINAG Zielnetz der Zukunft. Bis Ende 2019 will die ASFINAG ein entsprechendes Zielnetz-Konzept erstellen und so die Verfügbarkeit am österreichischen Autobahn- und Schnellstraßennetz in der Zukunft sicherstellen.