Sicherheit

30 Tunnel­großprojekte für mehr Sicherheit

Die österreichischen Autobahntunnel zählen zu den sichersten Europas. 2017 hat das Unternehmen im Rahmen der laufenden Tunnelsicherheitsoffensive mehr als 300 Millionen Euro in die Errichtung zusätzlicher zweiter Röhren und in die Modernisierung bestehender Tunnel investiert.

Ein Highlight war der Abschluss der sicherheitstechnischen Aufrüstung des Arlbergtunnels auf der S 16 Arlberg Schnellstraße. Der mit 14 Kilometern längste Straßentunnel Österreichs wurde mit 37 zusätzlichen Fluchtwegen und weiteren acht Pannenbuchten ausgestattet. Zudem verfügt der Tunnel jetzt über modernste Sicherheitseinrichtungen wie eine Sprühnebelanlage zur Brandbekämpfung, einen Thermoscanner, der überhitzte Lkw erkennt und vor dem Tunnel anhält, und das akustische Frühwarnsystem „AKUT“.

Weitere Hotspots lagen 2017 an der A 9 Pyhrn Autobahn: Im südlichen Oberösterreich erfolgte die Verkehrsfreigabe der neuen zweiten Röhren für die Tunnelkette bei Klaus (vier Tunnel). In der Steiermark wurde die neue Röhre für den acht Kilometer langen Gleinalmtunnel fertig.

In Wien wurden in besonders intensiven nächtlichen Arbeiten die Tunnel Stadlau und Hirschstetten an der A 23 Südost Tangente modernisiert. Ein weiterer Schwerpunkt in puncto neuer Sicherheitstechnik lag auf vielen Tunnel an der A 2 Süd Autobahn in Kärnten zwischen Klagenfurt und dem Packabschnitt.

Weitere Informationen

Internationales Interesse an den „Tunnelohren“ AKUT

Zusätzlich zu Videokameras und speziellen Sensoren setzt die ASFINAG seit 2014 auch auf das einzigartige akustische Tunnelmonitoring „AKUT“. Knapp die Hälfte der insgesamt 56 ASFINAG Tunnel, in die „AKUT“ eingebaut werden soll, sind mittlerweile mit diesem System ausgestattet. Dabei erkennen Mikrofone automatisch untypische Geräusche wie einen Aufprall, quietschende Reifen und menschliche Stimmen und schlagen blitzschnell Alarm. Feuerwehr und Rettung können dadurch um bis zu zwei Minuten schneller alarmiert werden.

Das Sicherheitssystem stößt auch international bereits auf großes Interesse.

Als erster Autobahnbetreiber außerhalb Österreichs entschied sich 2017 „Highways England“ dazu, „AKUT“ im Southwick-Tunnel in Südengland zu installieren. Verhandlungen mit Interessenten aus Schweden, Dänemark und auch China sind ebenfalls am Laufen.

„AKUT“, von JOANNEUM RESEARCH und ASFINAG gemeinsam bis zur Serienreife entwickelt, wird zusätzlich stetig verbessert. Unter gewissen Rahmenbedingungen ist nun auch das „Abscannen“ eines Tunnels auf Hilfesuchende möglich.

Weitere Informationen

Das internationale Interesse an unserem System ist natürlich sehr erfreulich und war nur eine Frage der Zeit. Denn der Zeitfaktor spielt gerade bei Unfällen in einem Tunnel eine noch größere Rolle: Im Ernstfall zählt schließlich jede Sekunde. ‚AKUT‘ sorgt durch die rasche Alarmierung der Rettungskräfte für ein enormes Plus an Verkehrssicherheit.

Ing. MARTIN GRUBER

Gruppenleiter Elektromaschinelle Erhaltung, ASFINAG Bau Management GmbH

Gegen „schwarze Schafe“: Schwerverkehr unter der Lupe

Schwerpunktkontrollen von Lkw bringen mehr Verkehrssicherheit für alle. 2017 hat die ASFINAG in bewährter Zusammenarbeit mit der Polizei neben den mittlerweile etablierten sogenannten technischen Unterwegskontrollen auch verstärkt Gewichtschecks bei den überschweren Sondertransporten durchgeführt.

Im Rahmen dieser Kontrollen wurden 2.503 Fahrzeuge mit schweren Mängeln beziehungsweise Gefahr in Verzug, 79 Sondertransporte mit Gewichtsüberschreitungen und 178 Lkw mit Überladung entdeckt und sanktioniert.

Bilanz 2017: Noch ist beim Schwerverkehr keine merkliche Verbesserung des Zustands vieler Fahrzeuge merkbar. Intensive Kontrollen sind daher weiterhin unverzichtbar.

Weitere Informationen

Die Ergebnisse unserer Kontrollen haben gezeigt, dass sich noch viele gefährliche Fahrzeuge auf dem ASFINAG Netz befinden. Daher ist es wichtig, dass wir auch in Zukunft diese Überprüfungen im Sinne der Erhöhung der Verkehrssicherheit forcieren.

Mag. WALTER RIEPLER

Abteilungsleiter Enforcement, ASFINAG Maut Service GmbH

Ausgeruht fährt man sicher: nachhaltiger Ausbau der Lkw-Stellplätze

Ausreichende und gut ausgebaute Lkw-Stellplätze sind ein unverzichtbares Service, damit die Lenkerinnen und Lenker die verpflichtenden Ruhezeiten auch einhalten können. Beim Ausbau des Parkplatzangebots für den Schwerverkehr lag 2017 der Fokus auf den wichtigen Achsen A 1 West Autobahn, A 2 Süd Autobahn und Brennerstrecke.

Bei den Raststationen und Rastplätzen gab es einen Zuwachs von 216 Lkw-Stellflächen. Zusätzlich wurden 15 bislang gesperrte Parkplätze erneut geöffnet und damit die Lkw-Parkmöglichkeiten auf insgesamt mehr als 7.100 erhöht.

Weitere Informationen

Mit dem Ausbau- und Erweiterungskonzept für Lkw-Stellplätze leistet die ASFINAG einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit auf dem Netz. Nur ausgeruhte Fahrerinnen und Fahrer sind sicher unterwegs. Daher werden auch künftig Rastplätze wie etwa Allhaming und Hainbach auf der A 1 West Autobahn aufgerüstet.

DIin GERLINDE MATTANOVICH

Abteilungsleiterin Netzplanung, ASFINAG Service GmbH

Mehr Sicherheit bei Baustellen durch Section Control

Obwohl sie immer sicherer werden, bleiben Baustellen mit ungewohnten Verkehrsführungen neuralgische Abschnitte. Höchste Konzentration und Tempodisziplin sind auch für die Sicherheit der Arbeitenden unverzichtbar. Damit vor allem Tunnel, in denen Unfälle besonders schwere Folgen haben können, sicher sind, setzt die ASFINAG seit Jahren auf Section-Control-Anlagen.

Diese messen die Durchschnittsgeschwindigkeit im entsprechenden Abschnitt. Der Erfolg gibt der ASFINAG recht: In auf diese Weise überwachten Bereichen fahren die Lenkerinnen und Lenker viel disziplinierter als bei punktuellen Geschwindigkeitskontrollen.

Weitere Informationen

Für sichere Baustellen ist die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen unverzichtbar. Dadurch werden nachweislich Unfälle vermieden und Arbeiter geschützt. Section-Control-Anlagen helfen bei besonders komplexen Rahmenbedingungen.

Mag. RAINER KIENREICH

Geschäftsführer ASFINAG Service GmbH

120 Millionen Euro für mehr Verkehrs­sicherheit auf der A 8 Innkreis Autobahn

Ein entscheidendes Projekt für mehr Verkehrssicherheit für täglich rund 35.000 Lenkerinnen und Lenker wurde 2017 in Oberösterreich abgeschlossen. Der zwölf Kilometer lange Abschnitt auf der A 8 Innkreis Autobahn zwischen Haag und Ried bekam als letzter Abschnitt einen vollwertigen Pannenstreifen. Die Strecke wurde von 24 auf 30 Meter verbreitert und generalsaniert. Damit ist der langjährige Ausbau der A 8 beendet. Insgesamt hat die ASFINAG in den 30 Kilometer langen Ausbau der Strecke von Pichl bei Wels bis Ried im Innkreis (Baubeginn war 2008) 120 Millionen Euro investiert.

Vertiefte Sicherheits­checks: das „Qualitätspickerl“ für die Straße

Seit 2011 führt die ASFINAG jährlich vertiefte Sicherheitsüberprüfungen – sogenannte Road Safety Inspections (RSI) – auf dem gesamten Autobahn- und Schnellstraßennetz durch. Im Rahmen dieser Checks wird alles unter die Lupe genommen: von schnell behebbaren Mängeln, wie beispielsweise verwitterten Bodenmarkierungen, bis hin zu tief greifenden Maßnahmen, etwa der gesamten Umplanung eines Straßenabschnittes. Für das Auffinden und die Bewertung von Mängeln (geringe/mittlere/hohe Priorität) wird auch das Unfallgeschehen der vergangenen fünf Jahre herangezogen.

So könnte zum Beispiel eine erhöhte Anzahl von Unfällen bei Regen auf ein Problem bei der Straßenentwässerung hindeuten. Die Checks erfolgen durch unabhängige, zertifizierte Straßenverkehrs­sicherheits­gutachterinnen und -gutachter, also Expertinnen und Experten mit einer fachlichen Ausbildung und Berufserfahrung. 2017 wurden insgesamt rund 239 Kilometer des ASFINAG Netzes einer RSI unterzogen.

Innerhalb von zehn Jahren wird das gesamte ASFINAG Netz abschnittsweise von externen Gutachterinnen und Gutachtern überprüft. Durch die RSI bekommt somit jeder Streckenabschnitt regelmäßig sein ‚Qualitätspickerl‘.

DIin CORNELIA STRASSER

Expertin für Verkehrssicherheit im Netzmanagement der ASFINAG Service GmbH

Neue Verkehrs­sicherheits­initiative „Hallo Leben“

Mit der 2017 neu gestarteten mehrjährigen Sicherheitsinitiative „Hallo Leben“ ruft das Unternehmen zum sicheren Miteinander und zu mehr Eigenverantwortung hinter dem Steuer auf. Zielgruppe sind nicht etwa notorische Raserinnen und Raser, sondern alle, die sich hinter dem Steuer wider besseren Wissens oft falsch verhalten. Die Themen reichten 2017 von Tempo, Abstand und Übermüdung bis hin zum immer größeren Problem Ablenkung (Stichwort Smartphone). Botschaft: kein Risiko für sich und andere in Kauf nehmen.

Mit Erfolg – wie die Wirkungsmessung gezeigt hat. Vorher war noch fast jede und jeder Zweite der Meinung, besser Auto zu fahren als die anderen. Danach waren jene, die „Hallo Leben“ im Radio, Fernsehen, Internet und in Zeitungen wahrgenommen haben, hinsichtlich ihres fahrerischen Könnens kritischer.

Nur 28 Prozent glaubten das noch. 44 Prozent der Befragten gaben an, dass sie jetzt strikter auf das Tempolimit achten, zuvor waren es nur 38 Prozent. Pausen legen 41 Prozent der Befragten häufiger ein, vor „Hallo Leben“ war es weniger als ein Drittel. Vor allem beim Abstandhalten, eine der Hauptursachen für schwere Unfälle, war eine große Verbesserung zu sehen. Nur 20 Prozent der Autofahrerinnen und Autofahrer achteten vor „Hallo Leben“ auf ausreichenden Abstand zum vorderen Fahrzeug. Danach waren es 35 Prozent.

Weitere Informationen

Die Ergebnisse zeigen, dass unsere bewusstseinsbildenden Kampagnen und die neue Initiative das Fahrverhalten verändern, viele dadurch umdenken und mehr auf eine sichere Fahrweise achten. Das soll aber kein Einmaleffekt sein, sondern nachhaltig wirken. Verkehrssicherheit ist daher für uns ein wesentlicher Schwerpunkt in der Kommunikation.

BIRGIT PUCHER

Teamleiterin Marketing, Abteilung Marketing und Kommunikation, ASFINAG Holding