Verfügbarkeit

Ambitioniertes Infrastruktur-Programm 2016 im Zeichen der Verfügbarkeit

Möglichst oft und möglichst lange freie Fahrt – dieser Anspruch zog sich wie ein roter Faden durch das Infrastruktur-Investitionsprogramm 2016.

So lag ein Investitionsschwerpunkt auf 24 Tunnel-Großprojekten in ganz Österreich. Für mehr Verkehrssicherheit baut die ASFINAG viele Tunnel zweiröhrig aus. Mit insgesamt sechs Großprojekten an der A 23 Südosttangente und der A 22 Donauufer Autobahn wurde das Wiener Autobahnnetz erneuert. In puncto Streckenneubau lag ein Fokus auf dem Weiterbau der A 5 Nord Autobahn im niederösterreichischen Weinviertel.

Erlaubt es der Zustand der Strecken, setzt die Langfristplanung auf eine möglichst gleichmäßig verteilte Bauaktivität auf den Durchzugachsen. Im gegenseitigen Nahbereich anfallende Projekte – etwa gesetzlich vorgeschriebene technische Tunnelinnovationen und altersbedingte bauliche Instandsetzungen – werden zusammengelegt. So hält die ASFINAG die Bauzeit aus der Perspektive der Lenkerinnen und Lenker möglichst kurz.

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Tangente neu:

eine leistungsfähige Infrastruktur für ein modernes Wien

Der Höhepunkt der Wien-Baustellen 2016: Zwölf Monate früher als geplant hat die ASFINAG im November den Umbau des Knotens Prater auf der A 23 Südosttangente abgeschlossen. Gelungen ist das durch den Einsatz eines speziellen Schiffes, mit dessen Hilfe das Abbruchmaterial rasch über den Donaukanal abtransportiert werden konnte. Damit wurde eines der komplexesten Tangenten-Projekte in einer Rekordzeit von nur zwei Jahren abgewickelt. Auch in den kommenden Jahren liegt der Hotspot der Baustellen in Wien auf der A 23. Die Arbeiten auf den derzeit vier Großbaustellen laufen bei Aufrechterhaltung aller Spuren. Dabei gilt es, täglich rund 200.000 Fahrzeuge reibungslos durch die Baustellen zu dirigieren.

Bauarbeiten auf stark frequentierten Autobahnen wie der A 23 stellen eine besondere Herausforderung dar – sowohl für uns von der ASFINAG als auch für die Autofahrerinnen und Autofahrer. Daher ist jeder Tag, an dem es keine Baustelle gibt, eine enorme Entlastung. Die Bauzeitverkürzung beim Knoten Prater war aus unserer Sicht und natürlich besonders aus Sicht unserer Kundinnen und Kunden enorm erfreulich.

DI Arno Piko

Abteilungsleiter Bau Ost der ASFINAG Bau Management GmbH

Höchste Tunnelsicherheit für Salzburg im Rekordtempo

Bauprojekte in Ballungsräumen können durch Verzögerungen die Nerven von Lenkerinnen und Lenkern strapazieren. Um die Erneuerung des Tunnel Liefering an der A 1 West Autobahn mitten in Salzburg so kurz wie möglich zu halten, war ein rascher Bauablauf ein Kriterium bereits bei der Auswahl der ausführenden Firmen. Es kamen also jene Unternehmen zum Zug, die bereits vor Baustart einen straffen Zeitplan garantieren konnten. Dieser wurde auch umgesetzt: In nur etwas mehr als fünf Monaten im zweiten Halbjahr 2016 wurde der Tunnel Liefering zu einem der modernsten und sichersten Tunnel Europas aufgerüstet.

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Abbruchschiff, Road Zipper und Farbcodes bei der Baustellenbeschilderung:

2016 war das Jahr der Innovationen am Bau

Um Bauzeiten zu verkürzen und Baustellen noch sicherer zu machen, geht die ASFINAG innovative Wege. Nach dem Abbruchschiff beim Knoten Prater setzt das Unternehmen seit 2016 auf eine weitere Österreich-Premiere – den „Road Zipper“. Er versetzt in nur zehn Minuten einen Kilometer tonnenschwerer Betonleitwände, ohne dabei den Verkehr zu behindern. Zum Einsatz kommt der „Quick Moveable Barrier“ (QMB) auf der A-23-Baustelle zwischen Stadlau und Hirschstetten.

Veränderte Fahrspuren in Baustellen verunsichern die Lenkerinnen und Lenker und können zu gefährlichen Situationen wie plötzlichen Spurwechseln führen. Damit sich die Autofahrerinnen und Autofahrer beim Durchfahren von Baustellen schneller orientieren können, setzte die ASFINAG 2016 erstmals auf Farbcodes bei der Beschilderung von Baustellen. Die verschiedenen Richtungen werden mit unterschiedlichen Farben versehen – ein Blick genügt, um sich zu orientieren. Bewährt hat sich dieses Service bei der Sanierung der Grazer Nordeinfahrt (A 9 Pyhrn Autobahn) und beim Wiener Tunnel Kaisermühlen (A 22 Donauufer Autobahn).

Bestes Service für unsere Kundinnen und Kunden ist unser Auftrag. Das trifft natürlich auch in besonderem Maße für Baustellenbereiche zu. Für uns ist es daher wichtig, dass wir dort ein hohes Level an Verfügbarkeit, Sicherheit und Übersicht bieten können. Neue Ideen umzusetzen ist für uns daher selbstverständlich, und die positiven Ergebnisse geben uns recht. Wir sind überzeugt, dass der Einsatz von Innovationen für einen zukunftsorientierten Autobahnbetreiber entscheidend ist.

DI Alexander Walcher

Geschäftsführer der ASFINAG Bau Management GmbH

Winterdienst 2.0:

mit Hightech durch die kalte Jahreszeit

Winterdienst 2.0:

mit Hightech durch die kalte Jahreszeit

Eine der wichtigsten Kernleistungen der 43 Autobahnmeistereien ist der Winterdienst. Zu keiner anderen Zeit steht die ASFINAG derart im Fokus. Damit auch bei starken Schneefällen und tiefen Temperaturen freie Fahrt gilt, investiert das Unternehmen in Hightech-Hard- und -Software. Die Palette reicht von Kombi-Streugeräten, um wahlweise trockenes oder feuchtes Salz zu streuen, über GPS-gesteuerte Einsatz-Planung bis hin zu speziellen Fahrzeugen mit ausfahrbaren Frontpflügen. Damit ist die ASFINAG in der Lage, zwei Fahrstreifen und sogar Teile des Pannenstreifens in nur einem Arbeitsgang zu räumen. Seit vergangenem Jahr neu im Winterdienst-Einsatz: ein europaweit einzigartiges System zur Prognose von Reifglätte. Raureif ist mit freiem Auge auf der Fahrbahn nicht sichtbar und bringt daher eine erhöhte Unfallgefahr mit sich. Entwickelt wurde dieses System in Zusammenarbeit mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik.

Höchstmögliche Sicherheit und Verfügbarkeit, und das bei jeder Wetterlage – das ist unser Ziel. Dabei verlieren wir aber auch den wirtschaftlichen Aspekt nicht aus den Augen. Damit wir beides miteinander verbinden können, setzen wir auf Forschung und Entwicklung. Denn gerade im Winterdienst haben sich in den letzten Jahren nicht nur die Anforderungen, sondern auch die Standards enorm weiterentwickelt. Wir sehen es also als selbstverständlich an, mit unseren Einsatzmethoden und Planungstools laufend auf dem neuesten Stand der Technik zu sein.

Dr. Josef Fiala

Geschäftsführer der ASFINAG Service GmbH

ASFINAG und ÖBB:

Infovernetzung von Straße und Schiene zur optimierten Wahl des Verkehrsmittels

Der gegenseitige Austausch von Verkehrsinformationen auf der Strecke Wien–Flughafen Wien ist Inhalt eines neuen Kooperationsprojektes zwischen der ASFINAG und den ÖBB. Die gegenseitige Informationsweitergabe von Ereignissen, die den Auto- oder Zugverkehr behindern, erfolgt in Echtzeit. Die Pilotabschnitte für diese neuartige Infovernetzung erstrecken sich derzeit auf die Verbindungen Knoten Prater, Hauptbahnhof Wien und Bahnhof Wien Mitte – jeweils in Richtung Flughafen. Das Ziel der Zusammenarbeit: Bei Störungen auf der A 4 Ost Autobahn erhalten die Kundinnen und Kunden zusätzlich Informationen über die Zugverbindungen und bei Ereignissen am Schienennetz wird über die Verfügbarkeit der A 4 informiert. Die Informationsweitergabe erfolgt über die jeweiligen Verkehrsinfodienste. Damit baut die ASFINAG das Service für ihre Kundinnen und Kunden zur optimalen Fahrt-, Routen- und Verkehrsmittelwahl weiter aus.

Unser Ziel ist, den Info-Service für die Autofahrerinnen und Autofahrer laufend noch umfassender zu gestalten. Das gelingt uns durch die enge Zusammenarbeit mit anderen Infrastrukturanbietern wie den ÖBB und auch dem Flughafen Wien. Denn auch dort bieten wir bereits bei den Parkhäusern die aktuellen Verkehrsinformationen zur A 4 Ost Autobahn an. Die Ergänzung um die Zugverbindungen sehen wir als weiteres optimales Kundenservice.

Christian Ebner, BA

Abteilungsleiter Verkehrsmanagement ASFINAG Service GmbH

Ausbau zwischen Matzleinsdorf und Pöchlarn

letzte Etappe für eine durchgängig dreispurige West Autobahn

Im August 2016 hat die ASFINAG in Niederösterreich mit dem dreispurigen Ausbau der A 1 West Autobahn zwischen Matzleinsdorf und Pöchlarn begonnen. Damit wird die letzte noch verbleibende Engstelle auf der A 1 erweitert. Die West Autobahn zählt zu den wichtigsten Transitrouten in Österreich. Ab 2018, nach der Verkehrsfreigabe des derzeit laufenden Ausbaus, ist die A 1 vom Knoten Steinhäusl in Niederösterreich bis zum Voralpenkreuz in Oberösterreich über 166 Kilometer durchgängig auf drei Fahrspuren befahrbar.

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Brand im Gleinalmtunnel hervorragend gemeistert

4. August 2016: In den frühen Abendstunden gerät ein zum Campingbus umgebauter Reisebus im Gleinalmtunnel auf der A 9 Pyhrn Autobahn in Brand. Dank der Sicherheitseinrichtungen im Tunnel gibt es keine Verletzten. Bereits drei Stunden nach dem Löschen des Brandes beginnt die ASFINAG mit Absicherungen im Tunnel. Die Schäden – vor allem an der Tunneldecke – sind enorm. Vier bis sechs Wochen Totalsperre lautet die erste Diagnose: Für die in diesem Zeitraum anstehenden Großereignisse wie die MotoGP und die Flugshow AirPower in Zeltweg werden bestehende Baustellen sofort abgebaut und die Ausweichrouten geöffnet.

Durch die zeitgleich laufenden Arbeiten in der Neubauröhre des Tunnels können dort Experten abgezogen werden und ein Sanierungskonzept kann rasch und unbürokratisch erarbeitet und durchgeführt werden.

Letztendlich hat die ASFINAG rechtzeitig vor dem letzten starken Reisewochenende im August und nach nur drei Wochen die Sanierung abgeschlossen und den Tunnel wieder für den Verkehr freigegeben.

Der Brand im Gleinalmtunnel hat ganz klar gezeigt, wie wichtig hochmoderne Sicherheitstechnik ist. Dieses Großereignis ist außerdem ein hervorragendes Beispiel für die perfekte Zusammenarbeit unserer Expertinnen und Experten. Ihrem raschen und unbürokratischen Einsatz ist es zu verdanken, dass wir als ASFINAG innerhalb kürzester Zeit alle notwendigen Vorkehrungen treffen konnten. Wir haben den Verkehr am Laufen gehalten und zu guter Letzt den Gleinalmtunnel rasch wieder für die Autofahrerinnen und Autofahrer geöffnet.

Mag. Rainer Kienreich

Geschäftsführer der ASFINAG Service GmbH

Bei der Baustellenplanung wird die Verfügbarkeit großgeschrieben

Damit man auch bei Bauarbeiten an neuralgischen Abschnitten rasch ans Ziel kommt, geht die ASFINAG bereits seit einigen Jahren ungewöhnliche Wege. In Wien bereits lange erfolgreich erprobt, wird das Modell „Fly-over-ähnliche Konstruktion“ als Behelfsbrücke jetzt auch in Innsbruck eingesetzt. Besonders wichtig dabei: das Baustellenmanagement. Um den Verkehr möglichst wenig zu behindern, wurde der Großteil der Arbeiten im Bergiseltunnel in den Nachtstunden vorgenommen. Zur Sanierung der Sillbrücke ist in Tirol das erste Mal diese variabel einsetzbare Behelfsbrücke eingesetzt worden. Sie wurde täglich in der Früh auf- und am Abend wieder abgebaut. Damit war gewährleistet, dass untertags der Verkehr trotz Baustelle ohne Spursperre über die Brücke fahren konnte.

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Unsere Kriterien für Kundinnen und Kunden bei Baustellen sind uns sehr wichtig. Wir legen großen Wert darauf, dass die Verfügbarkeit – also so viele Spuren wie möglich – während der Bauzeit aufrechterhalten bleibt und der durchschnittliche Zeitverlust höchstens fünf Minuten auf 100 Kilometer beträgt. Das erfordert eben auch entsprechende Maßnahmen und zeichnet uns als zukunftsorientierten Autobahnbetreiber aus.

Ing. Wilhelm Lorber

Abteilungsleiter Bau West der ASFINAG Bau Management GmbH

Heute für die Verfügbarkeit von morgen sorgen

Mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Asset-Managements sorgt die ASFINAG unter anderem für die Sicherheit und die Verfügbarkeit von Fahrbahnen, Brücken, Tunneln und Stützmauern. Deren Zustand wird laufend geprüft und die gut ausgebildeten ASFINAG Ingenieurinnen und Ingenieure sind gefordert, die richtigen und notwendigen Sanierungen bereits frühzeitig einzuplanen. Die dazu alle fünf Jahre anstehende Messkampagne zur Ermittlung des Fahrbahnzustands wurde 2016 erfolgreich abgeschlossen. Das vergangene Jahr stand innerhalb des ASFINAG Asset-Managements außerdem ganz im Zeichen der Weiterentwicklung und des Einsatzes von Innovationen zur Bauwerksprüfung. Unter anderem wird nun ein System eingesetzt, das die vor Ort erfassten Daten sofort in eine Datenbank einspielt. Händische Aufzeichnungen und langwierige nachträgliche elektronische Erfassungen entfallen damit. Eine besondere Neuerung zur Unterstützung bei Inspektionen: der Einsatz von Drohnen.

Die Sicherstellung einer wirtschaftlichen und nachhaltigen Erhaltung im Sinne der Verkehrssicherheit und Verfügbarkeit steht bei uns im Mittelpunkt. Eine zukunftsorientierte Erhaltungsstrategie, moderne Prozesse und Arbeitsmittel sowie innovative Ansätze bei der Bauwerksinspektion helfen uns, diese Ziele zu erreichen.

DI Christian Honeger

Abteilungsleiter des Asset-Managements der ASFINAG Service GmbH