Sicherheit

Ein Blick in die Zukunft des ASFINAG Verkehrssicherheitsprogramm

Durch die Umsetzung des „Verkehrssicherheitsprogramms 2020“ konnte 2016 die Zahl der Getöteten am ASFINAG Netz trotz größerem Verkehrszuwachs auf 46 verringert werden. Dennoch: Jeder Mensch, der auf der Autobahn stirbt, ist einer zu viel. Die ASFINAG wird weiterhin alles daransetzen, dass es weniger Unfälle, weniger Verletzte und Todesopfer gibt und möglichst alle sicher ankommen. Sie stellt daher bereits jetzt die Weichen für das nächste Jahrzehnt – und zwar mit der Schaffung einer sogenannten Systemlandschaft: Das Fahrzeug, die Verantwortung des Menschen hinter dem Lenkrad und der Zustand der Straße sind die drei Komponenten, die die Verkehrssicherheit wesentlich beeinflussen. Das Ziel ist daher die Einbindung aller Akteurinnen und Akteure in das System Verkehrssicherheit.

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Die zweite Auflage des Verkehrssicherheitsprogramms der ASFINAG wird ab 2020 dabei helfen, einen wesentlichen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Unsere Kundinnen und Kunden haben ein Recht auf verlässliche und sichere Autobahnen und Schnellstraßen.

DI Bernhard Lautner

Experte Verkehrsmanagment ASFINAG Service GmbH

300 Millionen Euro für mehr Tunnelsicherheit im Jahr 2016

Mehr Verkehrssicherheit generell und Tunnelsicherheit im Speziellen hat für die ASFINAG oberste Priorität. Bis 2019 investiert die ASFINAG rund 1,5 Milliarden Euro in die Erhöhung der Tunnelsicherheit. Der größte Anteil davon fließt in den Neubau zweiter Röhren.

Die Hotspots der Tunnelprojekte lagen 2016 auf der A 9 Pyhrn Autobahn. Hier werden die Tunnelkette Klaus in Oberösterreich (vier Tunnel) und der Gleinalmtunnel in der Steiermark mit jeweils einer zweiten Röhre ausgestattet. Insgesamt handelt es sich dabei um rund 14 Kilometer Tunnelneubau. Des Weiteren werden mehrere Anlagen entlang der A 9 generalsaniert und technisch runderneuert, so etwa die Tunnel Wald, Pretallerkogel und Selzthal.

Zügig voran ging es 2016 auch beim zweiröhrigen Ausbau des Perjentunnels und bei der Sanierung im Arlbergtunnel auf der S 16 Arlberg Schnellstraße. Letzterer erhält bis 2017 unter anderem 37 zusätzliche Fluchtwege und weitere acht Pannenbuchten. Allen Tunnelprojekten gemeinsam ist der Einsatz innovativer Technik: AKUT, das „Akustische Tunnelmonitoring“, erkennt untypische Geräusche wie von quietschenden Reifen oder menschliche Stimmen und löst automatisch Alarm aus. Hochdrucksprühnebelanlagen, wie 2016 im Tunnel Liefering auf der A 1 West Autobahn in Salzburg eingebaut, sorgen für rasche und effiziente Brandbekämpfung. Nach dem Citytunnel in Bregenz ist dies die zweite Sprühnebelanlage in Österreich. Weitere werden folgen.

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Mit dem Einsatz innovativer Technologien verfolgen wir konsequent unsere Offensive für mehr Tunnelsicherheit. AKUT oder Hochdrucksprühnebelanlagen werden auch künftig eingesetzt. Wir wollen, dass sich Autofahrerinnen und Autofahrer bei der Fahrt durch unsere Tunnel sicher fühlen und sicher sind.

DI Gernot Brandtner

Geschäftsführer ASFINAG Bau Management GmbH

Endspurt beim Sicherheitsausbau auf der A 8 Innkreis Autobahn

Die Verbreiterung der A 8 in Oberösterreich ging 2016 in die Endphase. Es wurde der letzte schmal ausgebaute Abschnitt zwischen Haag und Ried in Angriff genommen und sukzessive von 24 Meter auf 30 Meter Breite ausgebaut. Nach Abschluss des Sicherheitsausbaus im Sommer 2017 stehen den Autofahrerinnen und -fahrern zwei Fahrstreifen mit jeweils 3,75 Meter Breite und ein vollwertiger Pannenstreifen mit 3,5 Meter Breite zur Verfügung. Für die Kundinnen und Kunden, aber auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der betrieblichen Erhaltung bringt dies mehr Sicherheit. Insgesamt investierte die ASFINAG in den letzten Jahren rund 123 Millionen Euro in die Verbreiterung und Ertüchtigung der A 8 zwischen Pichl bei Wels und Ried.

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Mit Anschlussstellen effizient vernetzt

Anschlussstellen vom untergeordneten Netz zum ASFINAG Netz entlasten Landesstraßen. Bestehende Anschlussstellen werden zudem regelmäßig im Hinblick auf Leistungsfähigkeit und Verkehrssicherheit geprüft. Stellt die ASFINAG verkehrliche Engpässe fest, schafft sie Abhilfe. So konnte 2016 bei der Anschlussstelle Gratkorn Süd auf der A 2 Süd Autobahn durch eine Ampel die Leistungsfähigkeit und damit auch die Verkehrssicherheit deutlich verbessert werden. Die Planungen für weitere Umbaumaßnahmen der Anschlussstellen Klagenfurt Ost, Villach–Faaker See, Graz–Raaba (A 2 Süd Autobahn) sowie der Anschlussstellen Leibnitz, Lebring, Seiersberg und Graz-Webling (A 9 Pyhrn Autobahn) wurden 2016 vorangetrieben. Im Sommer 2016 wurden die Untersuchungen im Bereich Nord (Salzburg, Oberösterreich) abgeschlossen. Es zeigte sich, dass die ASFINAG bei fünf Anschlussstellen aktiv werden muss, um die Leistungsfähigkeit zu erhöhen.

Anschlussstellen und deren Bewertungen hinsichtlich Leistungsfähigkeit und Verkehrssicherheit sind ein wichtiger Bereich der ASFINAG Netzplanung. Wir beobachten laufend die verkehrliche Situation – insbesondere das erhöhte Verkehrsaufkommen im urbanen Bereich – und nehmen notwendige Verbesserungsmaßnahmen bei Anschlussstellen in das Infrastruktur-Investitionsprogramm auf.

DIin Gerlinde Mattanovich

Abteilungsleiterin Netzplanung ASFINAG Service GmbH

Multi-Section-Control-Anlagen bringen mehr Sicherheit

Multi-Section-Control-Anlagen bringen mehr Sicherheit

Der Einsatz neuer Multi-Section-Control-Anlagen bringt mehr Verkehrssicherheit. Diese neue Technologie ermöglicht eine effiziente Überwachung auch von Baustellenabschnitten mit mehreren Ein- und Ausfahrten. Die Baustellen auf der A 2 Süd Autobahn im Bereich Wiener Neustadt–Grimmenstein und auf der A 23 Südosttangente Wien bei der Hochstraße Inzersdorf beispielsweise zeigten 2016 erste sehr positive Ergebnisse. Die Bilanz: Der überwiegende Teil der Autofahrerinnen und -fahrer hält sich an das vorgegebene Geschwindigkeitslimit, Überholvorgänge kommen deutlich weniger vor. Die positive Entwicklung: Die Zahl und vor allem die Schwere der Unfälle verringern sich deutlich.

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„Fliegende“ Sicherheitschecks:

4.825 Lkw unter der Lupe

2016 war das erste Jahr, in dem die ASFINAG die „Technischen Unterwegskontrollen“ (TUK) beim Schwerverkehr durchgeführt hat – immer in bewährter Kooperation mit der Polizei. An insgesamt 478 Einsatztagen in fünf Bundesländern wurden 4.825 Fahrzeuge überprüft. Bei 1.355 davon wurde Gefahr in Verzug festgestellt, weitere 1.683 Fahrzeuge wiesen schwere und 1.627 leichte Mängel auf. Diese Zahlen belegen eindeutig, wie wichtig diese Sicherheitschecks sind, um schadhafte Lkw als Sicherheitsrisikos aus dem Verkehr zu ziehen. Personell wurde das ASFINAG Enforcement im Bereich TUK mit Jahresende 2016 auf fünf Prüfleiter aufgestockt. Damit können künftig weitere Aufgaben von der Bundesanstalt für Verkehr übernommen werden, beispielsweise technische Schulungen der Polizei.

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Die Technischen Unterwegskontrollen 2016 haben uns gezeigt, dass insbesondere Fahrzeuge aus Nicht-EU-Staaten sicherheitstechnisch oft Probleme darstellen. So waren rund 37 Prozent der Fahrzeuge aus Drittstaaten mit dem Mangel „Gefahr in Verzug“ auf unserem Straßennetz unterwegs. Im Sinne der Verkehrssicherheit sind gerade in diesem Bereich unsere Prüfungen sehr wichtig.

Mag. Walter Riepler

Abteilungsleiter Enforcement ASFINAG Maut Service GmbH

Weigh in Motion:

Wiegen im Fließverkehr

Mit dem Einsatz sogenannter Weigh-in-Motion-Anlagen setzte die ASFINAG 2016 einen weiteren Schritt in Richtung mehr Verkehrssicherheit. Die Sensoren dieser Wiegeeinrichtungen sind in die rechte Fahrspur eingebaut und messen das Gesamt- und Achsgewicht. Neu dabei ist, dass die Ermittlung des Gewichts automatisch im Fließverkehr durchgeführt wird und nicht wie bisher auf Wiegeteppiche zurückgegriffen werden muss. Etwaige Gewichtsüberschreitungen werden einerseits über eine Anzeige direkt den Fahrzeuglenkerinnen und Fahrzeuglenkern signalisiert und andererseits über das ASFINAG Enforcå‚ement der Polizei gemeldet.

Drei Weigh-in-Motion-Systeme sind derzeit am ASFINAG Netz eingesetzt (A 1, A 2, A 9), ein weiteres ist für 2017 auf der A 2 Süd Autobahn im Bereich des Kontrollplatzes Ilztal geplant. Diese Anlagen sind eine effiziente Ergänzung der schon bisher durchgeführten Sondertransport-Gewichtskontrollen der ASFINAG Mautaufsichtsorgane. Sie dienen auch dem Schutz der Bauwerke vor Beschädigungen und damit der Sicherheit auf den Straßen.

Sicherheitskampagnen 2016:

für mehr Fairness und Rücksicht

„Fair lenken, an andere denken“ und „Rechts fahren, Stress sparen“: Mit diesen Kampagnen zielte die ASFINAG 2016 auf mehr Fairness und Rücksicht der Autofahrerinnen und -fahrer ab.

Ausreichend Abstand halten, andere einordnen lassen, rechts fahren, rechtzeitig blinken: Beide Sicherheitskampagnen spannten einen weiten Bogen zum Thema – mit Plakaten, Hörfunkspots, Inseraten und Pressearbeit. Die zentrale Botschaft dieser Kampagnen zur Bewusstseinsbildung: Verkehrssicherheit ist Teamwork! Nur wenn alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer mitmachen, kann das große Ziel erreicht werden: möglichst keine Toten auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen.

Wir von der ASFINAG wollen, dass die Autofahrerinnen und Autofahrer sicher und gut ankommen. Dafür investieren wir jedes Jahr rund 500 Millionen Euro. Wir brauchen aber auch jede einzelne Lenkerin und jeden einzelnen Lenker als Verkehrssicherheitspartnerin bzw. Verkehrssicherheitspartner. Genau das wollen wir mit unseren Informationskampagnen bewusst machen.

Mag. Christian Spitaler

Abteilungsleiter Marketing und Kommunikation ASFINAG Holding