Nachhaltigkeit

Roadmap für nachhaltige Entwicklung

2015 erfasste und bewertete die ASFINAG alle Nachhaltigkeitsaspekte im Unternehmen und führte sie in drei Arbeitsschwerpunkten zusammen:

  • Schaffen und Sichern von Arbeitsplätzen durch ein sicheres, verfügbares und kundenorientiertes Straßennetz, das die österreichischen Wirtschaftsräume verbindet
  • Entwickeln ressourcenschonender und zukunftsorientierter Verkehrssysteme
  • Einbinden der Stakeholder in die Gestaltung nachhaltiger Mobilität

2016 wurde auf dieser Grundlage ein 4-Jahres-Plan ausgearbeitet. Er enthält konkrete Schritte u. a. für die stärkere Einbindung interner und externer Stakeholder sowie den Aufbau eines konzernweiten Controllings der Nichtfinanzkennzahlen. Zusätzlich erfolgte eine noch stärkere Ausrichtung auf Schlüsselthemen wie das Einbeziehen der Lieferketten, die Personalentwicklung inklusive Diversitätsmanagement sowie die Dekarbonisierung.

Verbunden damit ist auch eine Weiterentwicklung der Berichtslegung. Ab heuer veröffentlicht die ASFINAG einen eigenständigen Nachhaltigkeitsbericht nach dem 2016 herausgegebenen Standard der „Global Reporting Initiative“. Der neue Onlinereport – mit Details zur aktuellen „CSR-Roadmap“ der ASFINAG – kann ab Sommer 2017 auf asfinag.at abgerufen werden.

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Mit dieser CSR-Roadmap verfügen wir über einen genauen Fahrplan zu unserem künftigen Engagement für eine nachhaltige Entwicklung: Bau und Betrieb von Straßeninfrastruktur haben nicht nur eine ökologische Dimension, wir sehen darin einen gesellschaftlichen Auftrag und tragen auch soziale Verantwortung für unsere Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

DI Thomas Steiner

Nachhaltigkeitsbeauftragter ASFINAG Holding

Dekarbonisierung im Fokus

Für den globalen Klimaschutz ist die Dekarbonisierung ein Muss, und das verlangt den langfristigen vollständigen Verzicht auf fossile Energieträger wie Erdöl, Erdgas und Kohle. Davon ist der Individualverkehr natürlich besonders betroffen. Die ASFINAG unterstützt daher die Umstellung auf alternative Antriebssysteme.

Bis Jahresende 2016 wurden zwölf Elektrotankstellen errichtet. Bis Ende 2018 sollen im gesamten ASFINAG Netz Schnellladestationen entsprechend dem Entwicklungsstand der Fahrzeuge (Reichweite) zur Verfügung stehen. Darüber hinaus wurden im abgelaufenen Jahr an drei Rastanlagen Elektroanschlüsse für Kühlaggregate von Lkw, die bisher mit Diesel angetrieben wurden, installiert. Das reduziert sowohl CO2- als auch Lärmemissionen. Derzeit wird evaluiert, wie Lkw-Fahrerinnen und Lkw-Fahrer dieses Service annehmen.

Natürlich wird auch der eigene Fuhrpark umgestellt. Bis 2020 sollen 20 Prozent der rund 500 Dienstwagen und Poolautos – also etwa 100 Fahrzeuge – mit einem elektrischen Antrieb ausgestattet sein. Zusätzlich werden an den Arbeitsstätten die dafür notwendigen Ladeeinrichtungen geschaffen. 2016 starteten erste Tests mit einem Wasserstoff-Fahrzeug, drei Elektro-Pkw und einem Leicht-Lkw.

Verbesserung der Energiebilanz

Basierend auf dem Energieaudit 2015 standen im Vorjahr Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und zum Ausbau der eigenen Erzeugung erneuerbarer Energie auf der Agenda. Darüber hinaus erfolgte mit Beginn des Jahres der komplette Umstieg auf Ökostrom.

Die größten Energieverbraucher sind die Tunnelanlagen. Daher wird bereits an einigen Stellen wie dem Grazer Plabutschtunnel vor Ort Energie für die Beleuchtung und Belüftung erzeugt. Gegenwärtig sind bei acht weiteren Tunneln Fotovoltaik-Anlagen bzw. ein Kleinwasserkraftwerk geplant. Ein kleineres, aber deutlich sichtbares Projekt ist die „Smartflower“. Diese blumenförmige Fotovoltaik-Anlage liefert seit 6. Dezember 2016 rund 50 Prozent des Ökostroms für die Beleuchtung des Rastplatzes Hinterbrühl.

Mit der frisch erblühten ‚Smartflower‘ setzt die ASFINAG ein Zeichen für neue Wege bei der Erzeugung von Ökostrom.

Ing. Gerhard Hudecek

Abteilungsleiter Elektromaschinelle Erhaltung ASFINAG Service GmbH

16 weitere Grünbrücken bis 2027

16 weitere Grünbrücken bis 2027

Autobahnen und Schnellstraßen beeinflussen den Lebensraum von Tieren. Diese benötigen Hilfestellungen für das Überqueren von Barrieren. Kleinere Tiere benötigen etwa bei Bachdurchlässen nur betonierte Randstreifen. Größere Säugetiere wie Hirsche brauchen dafür mehr Platz: Grünbrücken sind mindestens zehn Meter breit und bieten Deckung durch Gehölz- und Grasbewuchs. Bisher errichtete die ASFINAG vier Grünbrücken, zwei weitere Standorte sind geplant. Pro Objekt betragen die Kosten rund 4,5 Millionen Euro.

Bis 2027 sollen insgesamt 16 weitere Grünbrücken errichtet werden. Um die Standorte optimal auf die Lebensgewohnheiten der Tiere abzustimmen, startete die ASFINAG im abgelaufenen Jahr ein umfassendes Beobachtungsprogramm. Mit Unterstützung des Wildökologen DI Horst Leitner wurden bestehende und geplante Standorte sowie die dokumentierten Wild-Wanderkorridore überprüft. Dabei zeigten sich an vielen Stellen auch raumplanerischer Handlungsbedarf und die Notwendigkeit, parallele Maßnahmen im Eisenbahn- und Landesstraßennetz umzusetzen. Gleichzeitig wurde ein einheitliches Konzept für die Wildbeobachtung entwickelt, das 2017 ausgerollt wird. Mittels Wärmebildkameras, Fährtensuche etc. will die ASFINAG systematisch und einheitlich auswerten, welche Tiere die Grünbrücken tatsächlich nutzen. Diese Erkenntnisse werden in die weitere Planung einfließen

Natur verbindet

Ein weiteres Projekt, das vielfältige natürliche Lebensräume vernetzt, ist „Natur verbindet“. Diese Initiative von Naturschutzbund, Umweltministerium, Landwirtschaftskammer und den Bundesforsten sammelt Quadratmeter: bunte Ackerränder, Hecken oder auch Wildblumenwiesen. Jede Privatperson, jedes Unternehmen und auch andere Organisationen können eigene Naturflächen präsentieren. Die ASFINAG meldete 2016 erstmals 40 Hektar ein. Sie unterstützt damit das Ziel von „Natur verbindet“, eine Karte von möglichst großen, zusammenhängenden und naturnah bewirtschafteten Fläche in Österreich zu zeichnen.

Weiterentwickeltes Stakeholder-Management

Zum Nachhaltigkeitsverständnis der ASFINAG zählt auch ein offener Stakeholder-Dialog. 2016 unterzog die ASFINAG ihr Stakeholder-Management einem gesamtheitlichen Review. Dabei wurden drei Schwerpunkte verfolgt:

  • Schärfung des Verständnisses für Stakeholder-Management im gesamten Unternehmen
  • Aktualisierung der „Stakeholder-Landkarte“
  • Detailanalyse ausgewählter Stakeholder die wechselseitigen Erwartungen und die Zusammenarbeit betreffend

Insgesamt wurden auf Gesamtunternehmensebene rund 90 relevante externe Stakeholder erfasst, 19 davon gelten als Schlüssel-Stakeholder. Diese repräsentieren die Eigentümervertreter, die wichtigsten Kundengruppen sowie die Kooperationspartnerinnen und -partner.

Darüber hinaus stehen innerhalb der verschiedenen ASFINAG Gesellschaften unterschiedliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit zahlreichen weiteren externen Stakeholdern in Kontakt und sind dabei auch mit zahlreichen (teils widersprüchlichen) Erwartungen konfrontiert. Basierend auf dem Review 2016 sollen schrittweise Maßnahmen zur stärkeren Einbeziehung externer Stakeholder auch bezüglich des Nachhaltigkeitsmanagements gesetzt werden. 2017 soll hierzu der Fokus auf die definierten Schlüssel-Stakeholder gelegt werden.

Ausblick

Nachhaltigkeitsbericht 2016

Den Nachhaltigkeitsbericht 2016 finden Sie ab Sommer 2017 auf der neuen ASFINAG Website www.nachhaltigkeit-asfinag.at/.