Geschäftsbericht 2015

Mit integriertem Nachhaltigkeitsbericht

Wirtschaftlichkeit

Wirtschaftlich stabil in eine erfolgreiche Zukunft

Die ASFINAG ist ein wirtschaftlich stabiles und ökonomisch verantwortungsvolles Unternehmen. Die ASFINAG erhält keine Mittel aus dem Staatsbudget, sondern wirtschaftet aus eigener Kraft mit den Einnahmen aus Maut und Vignette. Jede Investition in das Streckennetz wird anhand von drei Kriterien geprüft:

  • Beitrag zur verkehrlichen Wirksamkeit
  • Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit
  • Auswirkung auf die finanzielle Nachhaltigkeit des Unternehmens

2015 erwirtschaftete die ASFINAG einen Überschuss von 549 Millionen Euro, erhöhte die Eigenkapitalquote auf knapp 26 Prozent und investierte 951 Millionen Euro in die heimische Infrastruktur. Die ASFINAG erwirtschaftete das gesamte Investitionspaket aus eigener Kraft – trotz knapp einer Milliarde Euro an Investitionen konnte die Zinslast um 12 Millionen Euro verringert werden. Darüber hinaus legt die ASFINAG Wert darauf, dass die Verschuldung innerhalb der Lebensdauer der Infrastruktur rückführbar ist – derzeit liegt dieser Wert bei 19 Jahren. Mit dieser Vorgehensweise ist die nachhaltige und wirtschaftliche Unabhängigkeit des Unternehmens gesichert. Die ASFINAG baut aber nicht nur, was sie sich leisten kann, sondern primär, was die Menschen und der Wirtschaftsstandort brauchen.

Die ASFINAG ist damit auch volkswirtschaftlich ein verlässlicher Partner. Eine Milliarde Euro, die die ASFINAG jedes Jahr in die Autobahnen und Schnellstraßen investiert, schafft und sichert 10.000 Arbeitsplätze. Bis 2021 investiert die ASFINAG in Summe 7,3 Milliarden Euro in den Neubau und die Sanierung der hochrangigen Straßen in Österreich. Die ASFINAG bleibt damit auch weiterhin ein wichtiger Motor für den Wirtschaftsstandort Österreich.

„Wir bauen und erhalten unsere Autobahnen und Schnellstraßen ausschließlich mit den Einnahmen aus Maut und Vignette. Unsere Kundinnen und Kunden können sicher sein, dass wir verantwortungsvoll mit diesen Mitteln umgehen. Wir sind ein wirtschaftlich stabiles Unternehmen und mit unseren jährlichen Investitionen in Milliardenhöhe ein verlässlicher Partner für die österreichische Wirtschaft.“

Dr. Klaus Schierhackl

Vorstand der ASFINAG

Dr. Klaus Schierhackl

Bestbieter-Prinzip: Mehr Transparenz bei bestmöglicher Qualität zahlt sich auch wirtschaftlich aus

Seit 15. September 2015 setzt die ASFINAG auf das Bestbieter-Prinzip: Bei Vergaben wird nicht mehr ausschließlich der Preis bewertet, sondern es kommen auch bis zu 18 klar definierte Qualitätskriterien zur Anwendung. Weisen Unternehmen nach, dass sie etwa eine längere Gewährleistung bieten, einen hohen Facharbeiteranteil haben, Energie einsparen oder durch innovative Methoden die Bauzeit verkürzen, dann können sie auch zu einem höheren Preis anbieten.

Weniger Sanierungsaufwand und weniger Mängel durch höchstmögliche Qualität bei der Auftragsvergabe: Die ASFINAG ist überzeugt, dass sich das Bestbieter-Prinzip wirtschaftlich rechnen wird.

Die Qualitätsvorhaben gelten für folgende Bereiche:

  • bessere Qualität beim Bau, kürzere Bauzeiten und längere Gewährleistung für weniger Verkehrsbehinderungen und eine langlebige Infrastruktur
  • besserer Arbeitnehmerschutz, höherer Facharbeiteranteil und Einsatz von Personal mit besten Referenzen
  • weniger Umweltbelastung und mehr Energieeinsparung etwa bei Beleuchtung, elektrotechnischer Tunnelausrüstung und Lüftung

Ein zusätzliches wirtschaftliches Plus erwartet die ASFINAG durch die drastische Beschränkung von „Sub-Sub-Sub-Unternehmerketten“. Künftig ist festgelegt, dass zentrale und relevante Leistungen eines Projektes direkt vom Auftragnehmer zu erbringen sind. In einem klar definierten Ausmaß können Subunternehmer beschäftigt werden, diese müssen der ASFINAG aber bereits bei der Abgabe des Angebots bekannt gegeben werden. Das Risiko eines Preisdumpings durch die ständige Weitergabe von Aufträgen, welches letztlich zulasten der Qualität geht, wird dadurch drastisch reduziert.

ASFINAG und ÖBB im Schulterschluss bei der elektronischen Vergabe mittels „ProVia“

Ressourcen bündeln, Doppelgleisigkeiten vermeiden und schnelle, transparente Möglichkeiten zur Auftragsvergabe: Das sind die gemeinsamen Ziele von ASFINAG und ÖBB bei der Abwicklung von Vergabeverfahren. Seit 2009 nutzten die beiden Mobilitätsanbieter die Internetplattform „AVA-Online“, im Jahr 2015 wurde diese Internetplattform durch die noch nutzerfreundlichere Nachfolgeplattform „ProVia“ abgelöst. Der Vorteil: weiterhin rechtssichere und transparente Abläufe in sehr hoher Qualität, aber „papierlos“ und in deutlich kürzerer Zeit.

Link auf Ausschreibungen

„Ein klarer und wirtschaftlicher Businessplan, eine transparente Unternehmensplanung, das Erkennen und Ausloten möglicher Einsparungspotenziale und die Umsetzung der wirtschaftlichen Ziele: 2015 haben wir all das erreicht, was wir uns vorgenommen haben, und teilweise sogar übertroffen. Wir verbessern laufend unsere Performance, um unseren Kundinnen und Kunden die beste Leistung zu bieten.“

DI Mag. Stefan Resch

Abteilungsleiter Controlling, Kosten- und Mauttarifrechnung ASFINAG Holding

Stefan Resch

Beste Reputation der ASFINAG auf Finanzmärkten – Anleihen von 1,5 Milliarden Euro erfolgreich platziert

Zur Refinanzierung von fälligen Verbindlichkeiten hat die ASFINAG 2015 eine Doppelanleihe begeben. Das heißt: Es wurden gleichzeitig zwei Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten und einem Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden Euro an internationale Investorinnen und Investoren verkauft. Die ASFINAG genießt das Vertrauen der Anlegerinnen und Anleger: Das machte die Anleihe zu einem Erfolg.

Trotz einer niedrigen Verzinsung waren die Anleihen bei den Investorinnen und Investoren sehr gefragt – es hätte ein deutlich höheres Volumen verkauft werden können. Dies stellte einmal mehr die gute Reputation der ASFINAG auf den internationalen Kapitalmärkten unter Beweis.

„Viele Anlegerinnen und Anleger schenken der ASFINAG auf den Kapitalmärkten ihr Vertrauen. Wir konnten 2015 zwei sehr erfolgreiche Anleihen platzieren. Die Gründe dafür waren unter anderem unsere solide wirtschaftliche Performance, stabile Mauteinnahmen, eine hervorragende Eigenkapitalquote und eine gute Bonität.“

Mag.a Gabriele Csoklich

Abteilungsleiterin Finanzierung und Rechnungswesen ASFINAG Holding,
Geschäftsführerin ASFINAG European Toll Service GmbH

Gabriele Csoklich

Erfolgreich in Brüssel: EU-Förderungen in Höhe von 28 Millionen Euro für ASFINAG Projekte

Die gute internationale Vernetzung der ASFINAG sorgt auch für wirtschaftliche Erfolge im Zusammenhang mit relevanten EU-Förderprogrammen. 2015 konnte die ASFINAG dadurch in Summe knapp 28 Millionen Euro für wichtige Bauprojekte und den Ausbau intelligenter Verkehrssysteme lukrieren.

  • A 5 Nord Autobahn, Abschnitt Schrick–Poysbrunn: 21,08 Millionen Euro
  • A 5 Nord Autobahn, Abschnitt Poysbrunn–Staatsgrenze: 1,32 Millionen Euro
  • A 11 Karawanken Autobahn, Vollausbau Karwankentunnel: 3,53 Millionen Euro
  • Ausbau intelligenter Verkehrssysteme: 1,9 Millionen Euro

„Die im Vorjahr erzielten EU-Förderungen für wesentliche Vorhaben wie etwa die A 5 Nord Autobahn oder die A 11 Karawanken Autobahn zeigen, dass unsere Projekte auch einen europäischen Mehrwert haben.“

DI René Moser

Geschäftsführer ASFINAG Commercial Services GmbH

René Moser

Know-how der ASFINAG international gefragt

Mit ihrer Tochtergesellschaft ASFINAG Commercial Services (ACS) bietet die ASFINAG ihr umfangreiches Know-how auch auf internationalen Märkten an.

Projekt „Modernisierung Mautstellen Mazedonien“: Dieses Projekt wurde im Jahr 2015 weitergeführt. In den vergangenen Jahren hat die ACS gemeinsam mit Partnern die Ausschreibung der baulichen und technischen Neubeschaffung durchgeführt. Ein Bestbieter wurde gefunden, im Vorjahr hat die ACS die Implementierungsphase begleitet.

Link auf ASFINAG Commercial Services

„Es ist erfreulich, dass das Know-how der ASFINAG nicht nur in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien und Organisationen, sondern auch kommerziell sehr gefragt ist. Für uns ist das eine Win-win-Situation: Wir können unser Wissen erfolgreich vermarkten und neue internationale Erfahrungen gewinnen.“

Dr. Anton Sieber

Geschäftsführer ASFINAG Commercial Services GmbH

Dr. Klaus Schierhackl

Wirtschaftlichkeit beginnt schon bei der Beschaffung der Arbeitsgeräte

Schneiden, rühren, kneten – und das alles mit einem Gerät. Was bei Küchenmaschinen schon seit vielen Jahren klappt, wendet die ASFINAG jetzt sinngemäß auch bei sehr teuren Spezialfahrzeugen an. Von der Kehrmaschine über das Tunnelwaschgerät bis hin zum Winterdienst-Lkw: Neu beschaffte „Allrounder“ können innerhalb eines Tages in das jeweils benötigte Spezialfahrzeug umgebaut werden. Getestet werden diese Fahrzeuge zunächst in Tirol und Vorarlberg.

Der wirtschaftliche Vorteil liegt auf der Hand: sowohl im Winter als auch im Sommer einsetzbare Allroundfahrzeuge statt mehrerer teurer Spezialgerätschaften.

Weniger Dienstreisen, weniger gefahrene Kilometer und trotzdem bestens vernetzt

Vom Burgenland bis Vorarlberg, vom Weinviertel bis zum Wörthersee – in einem bundesweit tätigen Unternehmen wie der ASFINAG sind Besprechungen an der Tagesordnung. Durch die Kommunikationslösung „Skype for Business“ war 2015 die ständig notwendige Kommunikation auch mit deutlich weniger Dienstreisen möglich. Mehr als 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzten diesen Service jeden Monat. Auch Besprechungen mit externen Partnern konnten so unabhängig vom Ort und damit ohne viel Reisezeit durchgeführt werden: Im Jahr 2015 fanden jeden Monat rund 3.300 Videokonferenzen mit externen Partnern statt.