Geschäftsbericht 2015

Mit integriertem Nachhaltigkeitsbericht

Verfügbarkeit

Die ASFINAG als zukunftsorientierter Mobilitätspartner

Das individuelle Mobilitätsbedürfnis der Menschen steigt stetig. Die ASFINAG kann und will jedoch nicht einfach nur zusätzliche Spuren an bestehende Autobahnen und Schnellstraßen „dranbauen“. Gefragt sind intelligente, nachhaltige und wirtschaftlich vernünftige Mobilitätslösungen.

Die ASFINAG setzt daher auf innovative Methoden beim Bau und bei der Sanierung, auf verstärkte Kooperationen, etwa mit den ÖBB, und auch auf völlig neue Wege, wie etwa eine temporäre Pannenstreifenfreigabe zu Spitzenzeiten.

Im Einklang: sichere Autobahnen und hohe Lebensqualität

Das Infrastruktur-Investitionsprogramm der ASFINAG stand 2015 im Zeichen von Verkehrssicherheit und Verkehrsentlastung. 2015 investierte die ASFINAG insgesamt eine Milliarde Euro in den Neubau, in Erweiterungen und in die Erhaltung der Autobahnen und Schnellstraßen. Davon gingen 500 Millionen Euro in den Neubau und 485 Millionen Euro in bestehende Straßen.

Mehr Tunnelsicherheit

Rund die Hälfte der Investitionen war für Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit vorgesehen, insbesondere für den zweiröhrigen Sicherheitsausbau von Tunnelanlagen. Hier stand besonders die A 9 Pyhrn Autobahn im Fokus: Sowohl der Vollausbau der Tunnelkette Klaus im südlichen Oberösterreich als auch der Vollausbau des Gleinalmtunnels in der Steiermark liefen auf Hochtouren. Der Bosrucktunnel zwischen den beiden Bundesländern wurde im Herbst 2015 zweiröhrig und mit neuester Sicherheitstechnik für den Verkehr freigegeben. Mit der Erneuerung der Tunnelkette Klagenfurt und der Modernisierung des Arlbergtunnels – mit Vollsperren und der Umleitung über den Arlbergpass – hat die ASFINAG große Herausforderungen mit einer möglichst störungsfreien Verkehrsabwicklung gemeistert.

Tunnel

Streckenneubau zur Verkehrsentlastung

Mit dem Weiterbau der A 5 Nord Autobahn, ersten bauvorbereitenden Maßnahmen für die A 26 Linzer Autobahn und die S 7 Fürstenfelder Schnellstraße wurden drei neue wichtige Projekte zur Verkehrsentlastung in Angriff genommen. Ende 2015 erfolgte in puncto Neubau die Gesamtverkehrsfreigabe des größten ASFINAG Projekts der letzten Jahre: Die 22 Kilometer lange S 10 Mühlviertler Schnellstraße bringt mehr Verkehrssicherheit und große Vorteile für Tausende PendlerInnen und AnrainerInnen im oberösterreichischen Zentralraum.

Die Kundinnen und Kunden im Mittelpunkt der Baustellenplanung

Durch stetige Investitionsschwerpunkte für mehr Verkehrssicherheit soll das Netz der ASFINAG das sicherste in ganz Europa werden. Und bei der Umsetzung der Maßnahmen im bestehenden Netz schreibt die ASFINAG Kundenorientierung groß. Die „Kunden-Standards“ bei der Erhaltung der Autobahnen: 95 Prozent des gesamten Netzes müssen stets frei von Baustellen bleiben; der Zeitverlust durch Baustellen darf höchstens fünf Minuten auf 100 Kilometer betragen!

Große Generalerneuerungen und Sanierungen 2015

In puncto Netzerhaltung lag 2015 (und noch bis 2018) der Hotspot in Wien. Mit mehreren Großprojekten bringt die ASFINAG die A 23 Südosttangente Wien in Schuss und baute sukzessive die Kapazitäten der überlasteten Strecke aus. Die Arbeiten laufen unter vollem Verkehr – es gilt, täglich bis zu 200.000 Fahrzeuge reibungslos durch die Baustellen zu bringen.

2015 startete die Generalerneuerung der burgenländischen A 4 Ost Autobahn. Ende 2015 wurde nahe Wien zudem der dreispurige Ausbau beider Fahrtrichtungen der A 4 im Abschnitt Flughafen Wien bis Fischamend abgeschlossen. Im Rahmen des laufenden Sicherheitsausbaus der oberösterreichischen A 8 Innkreis Autobahn wurde der Abschnitt von Weibern bis Haag erneuert, verbreitert und so mit einem vollwertigen Pannenstreifen ausgerüstet.

„Als Anbieter einer Topinfrastruktur sehen wir es als unsere Verpflichtung an, die drei Hauptfaktoren Mensch, Umwelt und Wirtschaftsstandort immer im Fokus zu haben. Denn wir planen und bauen für die Zukunft – für Ihre Zukunft.“

DI Alexander Walcher

Kaufmännischer Geschäftsführer ASFINAG Bau Management GmbH

DI Alexander Walcher

Kreativität und Ausführungs-Know-how für eine rasche und sichere Bauabwicklung Die ASFINAG setzt auf Hightech-Schiff zum Abbruch der Erdberger Brücke

Vier Abschnitte der A 23 standen im vergangenen Jahr im Fokus – die Generalerneuerung der Praterbrücke, der Umbau des Knotens Prater, die Sanierung und der teilweise Neubau des Knotens Inzersdorf und die Neuerrichtung der Hochstraße Inzersdorf. Um die Behinderungen hier so gering wie möglich zu halten, setzte die ASFINAG auf finanzielle Anreize für „kreatives Bauen“. Dass dieser Weg der richtige ist, zeigt der neuartige Brückenabbruch beim Umbau von Wiens wichtigstem Autobahnknoten – dem Knoten Prater.

Brückenabbruch

Der Umbau des Knotens Prater ist das komplexeste Sanierungsprojekt in Wien. Zur Neugestaltung dieses Autobahnknotens, der die A 4 Ost Autobahn mit der Südosttangente verbindet, gehört auch der Neubau der Erdberger Brücke. Dafür setzt die ASFINAG auf ein spezielles Abbruchschiff. Damit ist es möglich, den Brückenmittelteil in nur drei Tagen abzutragen, zu zerkleinern und abzutransportieren. Der ASFINAG ist es damit gelungen, die Bauzeit um zehn Monate zu verkürzen.

Link auf Umbau Knoten Prater

Möglichst wenig Behinderungen durch Baustellen: Das ist das erklärte Ziel der ASFINAG

Wenn Auftragnehmer kreative Ideen und Ansätze finden, wie Baustellen bei gleich hoher Qualität früher fertiggestellt werden können, zahlt die ASFINAG einen Bonus. Dass dieser Ansatz der richtige Weg ist, zeigten im Jahr 2015 gleich zwei Bauvorhaben. Der Ausbau der A 4 Ost Autobahn zwischen dem Flughafen Wien und Fischamend konnte bedingt durch einen Bonusanreiz um mehr als zwei Wochen früher fertiggestellt werden. Eine noch längere Bauzeitverkürzung – nämlich gleich um zehn Monate – brachte der Einsatz eines speziellen Schiffs beim Abbruch der Erdberger Brücke an der A 23 Südosttangente Wien.

„Wir wollen, dass unsere Kundinnen und Kunden sicher und entspannt an ihr Ziel kommen. Deshalb ist es uns wichtig, die Bauzeiten so kurz wie möglich zu halten. Das schaffen wir mit finanziellen Anreizen, die Baufirmen dazu motivieren, kreative Ideen einzubringen. Jeder Tag mit weniger Behinderungen durch Baustellen ist uns etwas wert.“

DI Gernot Brandtner

Technischer Geschäftsführer ASFINAG Bau Management GmbH

DI Gernot Brandtner

ASFINAG und ÖBB: gemeinsam für die richtige Wahl des Verkehrsmittels

Dass Baustellen in Wien, und speziell auf der A 23 Südosttangente, wegen des hohen Verkehrsaufkommens besonders herausfordernd sind, ist bekannt. Neu dagegen ist die Kooperation „Staufrei“ der ASFINAG und der ÖBB. Auf Informationsflyern, die bei den Autobahnauffahrten verteilt werden, wird zusätzlich zu den Informationen rund um bevorstehende Sanierungen auch auf mögliche Alternativrouten mit der Bahn hingewiesen. Die ASFINAG erleichtert damit ihren Kundinnen und Kunden die Wahl des richtigen Verkehrsmittels.

Planung mit „Konzept und Köpfchen“: das ASFINAG Baustellenmanagement

Sanierungen und Ausbauten rasch, wirtschaftlich und mit so wenigen Behinderungen wie möglich abzuwickeln ist das Ziel der ASFINAG. Dass das gelingt, dafür sorgt das ASFINAG Baustellenmanagement. Bereits bei der Planung führt das Team von Spezialistinnen und Spezialisten Simulationen möglicher Auswirkungen durch und setzt entsprechende Maßnahmen zur Verminderung oder Vermeidung. Neben den großen Infrastrukturprojekten checkt das ASFINAG Baustellenmanagement jedes Jahr auch rund 300 „kleinere“ Sanierungsvorhaben auf Herz und Nieren.

Link auf Planung und Bau

„Baustellen sind Zweck – nicht Ziel. Wir sind uns bewusst, dass jede Baustelle ein Eingriff in den normalen Verkehrsablauf ist. Deshalb setzen wir auf zeitgerechte Informationen, einen raschen Bauablauf und den Einsatz von Innovationen.“

DIin Brigitte Müllneritsch

Projektleiterin ASFINAG Bau Management GmbH

DI Brigitte Müllneritsch

Korridorplanung: ein Plus für die Kundinnen und Kunden sowie die wirtschaftliche Stabilität der ASFINAG

Kurzfristig notwendige Sanierungen können nie ausgeschlossen werden, langfristig setzt die ASFINAG aber auf das strategische Instrument der Korridorplanung. Dabei werden nicht einzelne Streckenabschnitte, sondern sämtliche Baumaßnahmen für ganze Korridore und mehrere Jahre geplant – z. B. der Donau-Korridor, der aus den Autobahnen und Schnellstraßen A 1, A 7, A 8, S 10, A 25 und S 33 besteht. In diese Korridorplanung werden sowohl Prognosen über die Verkehrsentwicklung als auch allfällige Änderungen in den regionalen Verkehrskonzepten der Länder einbezogen.

Die temporäre Pannenstreifenfreigabe zur Abdeckung von Spitzenzeiten

Bereits jetzt setzt die ASFINAG sehr erfolgreich auf intelligente Verkehrssteuerung, um das Netz zu entlasten und Staus zu verringern. Eine zusätzliche, international bereits bewährte Maßnahme zur Verkehrsentlastung in Spitzenzeiten ist eine für klar festgelegte Abschnitte temporäre Freigabe des Pannenstreifens für den Verkehr. Die ASFINAG prüft derzeit eine solche temporäre Freigabe des Pannenstreifens für drei konkrete Abschnitte:

  • A 1 West Autobahn – Wallersee bis Salzburg Nord in beiden Richtungen
  • A 4 Ost Autobahn – Knoten Prater bis Knoten Schwechat in Richtung Nickelsdorf
  • A 12 Inntal Autobahn – Innsbruck West bis Zirl Ost in beiden Fahrtrichtungen

Wichtig: Diese drei Abschnitte zusammen umfassen rund 20 Kilometer. Die ASFINAG plant nur an diesen drei genannten Stellen und nirgendwo sonst eine mögliche Pannenstreifenfreigabe. Sind die Prüfergebnisse positiv, müssen noch die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden. Eine temporäre Freigabe des Pannenstreifens ist daher frühestens 2019 möglich.

„Wir gehen sorgfältig mit dem Geld unserer Kundinnen und Kunden um. Der Ausbau von Autobahnen, auf denen Überlastungen nur zeitlich begrenzt auftreten, ist für uns weder wirtschaftlich noch ökologisch vertretbar. Die temporäre Pannenstreifenfreigabe sehen wir als innovative, rasch umsetzbare und vergleichsweise kostengünstige Alternative.“

Mag. Rainer Kienreich

Technischer Geschäftsführer ASFINAG Service GmbH

Mag. Rainer Kienreich

Sperre Arlbergtunnel: Best-Practice-Modell eines neuen Umleitungskonzepts

Bis zu 220.000 Fahrzeuge am Tag und dennoch eine tief greifende Sanierung bei laufendem Verkehr? Bei der Sanierung der A 23 Südosttangente Wien bewältigt die ASFINAG diese Herausforderung. Bei der Sanierung des Arlbergtunnels an der S 16 Arlberg Schnellstraße war dies nicht möglich. Für die äußerst umfangreichen Bauarbeiten – so wurden beispielsweise 37 zusätzliche Fluchtwege gesprengt – musste daher der Tunnel von April bis November 2015 gesperrt werden. Diese Sperre hatte die ASFINAG bereits zwei Jahre vorher Behörden, Transportunternehmen und Maut- und Straßenbetreibern benachbarter Länder klar kommuniziert.

Arlbergtunnel

Besonderes Augenmerk legte die ASFINAG auf die Lösung für die Wirtschaft. Mit den Behörden und den Wirtschaftskammern einigte sich die ASFINAG auch auf eine Lösung für den Lkw-Verkehr. Ein klar definierter Bereich von Ziel- und Quellverkehr ermöglichte es Lkw, auch mit Anhänger den Arlbergpass als regionale Ausweichroute zu nutzen. Bis zu 20.000 Fahrzeuge waren an Spitzentagen über den Pass unterwegs. Trotzdem kam es zu wenigen Behinderungen.

Für eine klare Information der Kundinnen und Kunden sorgte neben einem Beschilderungskonzept auch eine Homepage in drei Sprachen.

Link auf Sanierung Arlberg Straßentunnel

„Im Zuge der Sanierung des Arlbergtunnels haben wir erstmals seit vier Jahrzehnten den Tunnel für einen längeren Zeitraum gesperrt. Die Lösung für die Umleitungen war innovativ und neu – und sie hat bestens funktioniert. Im Schulterschluss mit den Ländern, Behörden, Gemeinden und Wirtschaftskammern haben wir regionale und großräumige Umfahrungen eingerichtet. Das war ein schwieriger Spagat, der aber hervorragend klappte.“

DI Klaus Fink

Geschäftsführer ASFINAG Alpenstraßen GmbH

DI Klaus Fink