Geschäftsbericht 2015

Mit integriertem Nachhaltigkeitsbericht

Sicherheit

500 Millionen Euro für Ihre Sicherheit

Verkehrssicherheit hat bei der ASFINAG höchste Priorität. Jeder zweite Euro, den die ASFINAG investiert, fließt daher in die Verkehrssicherheit – in sichere Straßen, die sichersten Tunnel Europas und topmoderne Rastplätze.

2015 sind bei Unfällen auf Autobahnen und Schnellstraßen 52 Menschen ums Leben gekommen. Gegenüber dem Jahr 2004 ist das ein Rückgang um fast zwei Drittel. 52 Verkehrstote sind aber 52 Tote zu viel. Die ASFINAG will möglichst wenige Unfälle, möglichst wenige Verletzte, möglichst wenige Verkehrstote. Die ASFINAG setzt daher die Maßnahmen ihres ambitionierten „Verkehrssicherheitsprogramm 2020“ weiterhin zügig um.

Halbzeit beim ASFINAG Verkehrssicherheitsprogramm 2020

Um bestmögliche Verkehrssicherheit auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen zu bieten, hat die ASFINAG im Jahr 2010 das „Verkehrssicherheitsprogramm 2020“ mit insgesamt 130 konkreten Maßnahmen ins Leben gerufen. Die erfreuliche Bilanz zur Halbzeit 2015: Mehr als 60 Prozent der Maßnahmen wurden bereits realisiert beziehungsweise auf den Weg gebracht.

Das Sicherheitsprogramm spannt einen weiten Bogen: von Lkw-, Tunnel- und Baustellensicherheit bis hin zu Kommunikation und Bewusstseinsbildung bei den Autofahrerinnen und Autofahrern. Das Ziel der ASFINAG: Wir machen Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen zu den sichersten in Europa.

Link zur Zwischenbilanz des ASFINAG Verkehrssicherheitsprogramm

„Damit es mit der Verkehrssicherheit klappt, sind drei Faktoren entscheidend: Es braucht die sichersten Straßen und Tunnel – dafür investieren wir jedes Jahr rund 500 Millionen Euro. Es braucht klare Regeln und Gesetze – dafür sorgt das Verkehrsministerium. Und es braucht das Bewusstsein der Lenkerinnen und Lenker, dass Verkehrssicherheit Teamwork ist und sie durch ihr tägliches Verhalten einen ganz wesentlichen Beitrag leisten – dieses Bewusstsein stärken wir mit unseren jährlichen Informationskampagnen.“

Dr. Josef Fiala

Kaufmännischer Geschäftsführer ASFINAG Service GmbH

Dr. Josef Fiala

Verkehrssicherheit ist Teamwork

Grundlage des ASFINAG Verkehrssicherheitsprogramms 2020 war von Beginn an der Ansatz des „Safe System Approach“. Je sicherer die Infrastruktur, je komplexer die Vernetzung zwischen Mensch, Fahrzeug und Straße, umso wichtiger ist das Verständnis über die Rollen und Möglichkeiten im System Autobahn. Das heißt: Verkehrssicherheit ist Teamwork! Es braucht die sichersten Autobahnen – die baut die ASFINAG. Es braucht aber auch die Eigenverantwortung der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer.

Die ASFINAG ist überzeugt, dass Bewusstseinsbildung ein wichtiger Beitrag für mehr Verkehrssicherheit ist, und setzt seit 2012 entsprechende Informationskampagnen um.

2015 standen zwei Kampagnen auf dem Programm: „Augen auf im Tunnel“ und „Mach mal Pause“.

Mit der Tunnelsicherheits-Kampagne „Augen auf im Tunnel“ ist es gelungen, einerseits das subjektive Sicherheitsgefühl der Autofahrerinnen und Autofahrer im Tunnel durch wichtige Tipps deutlich zu steigern und andererseits breit über die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen der ASFINAG zu informieren. Ziel der Kampagne „Mach mal Pause“: Bewusstseinsbildung, dass Autofahren kein Ausdauersport ist und bei langen Autofahrten zumindest alle zwei Stunden eine Pause eingelegt werden soll. Immerhin sind 30 Prozent aller tödlichen Unfälle auf Übermüdung zurückzuführen.

Link zur Kampagne „Tunnelsicherheit“

Link zur Kampagne „Mach mal Pause“

250 Kilometer von externen Profis geprüft

2015 hat die ASFINAG 250 Autobahn- und Schnellstraßenkilometer von externen und unabhängigen Gutachterinnen und Gutachtern prüfen lassen. Diese „Road Safety Inspections“ (RSI) sind ein „Qualitätspickerl“ für Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen. Dabei werden Unfälle analysiert und Fahrbahn- und Straßenausrüstung wie Markierung, Beschilderung oder Absicherung kontrolliert. Die Vorgabe: Jede Bestandsstrecke muss zumindest alle zehn Jahre einmal durch externe GutachterInnen überprüft werden. Für Neubaustrecken gilt: Eine Begutachtung ist innerhalb der ersten drei Jahre durchzuführen.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist sicherer

Die ASFINAG kooperiert seit mehreren Jahren erfolgreich mit den für die Verkehrsüberwachung zuständigen Behörden. So unterstützt die ASFINAG diese zum Beispiel im Bereich der Geschwindigkeitskontrolle. Gemäß Kundenumfrage erhöht eine Überwachung von Baustellen mittels Section Control zudem auch das subjektive Sicherheitsempfinden der VerkehrsteilnehmerInnen. Im Jahr 2015 wurden vier zusätzliche Section-Control-Anlagen für Baustellen und zehn Radaranlagen für punktuelle Geschwindigkeitsmessungen angeschafft und der Exekutive zum Betrieb übergeben. Insgesamt gibt es derzeit zehn Section-Control- und 47 Radaranlagen.

Schild Section Control

„Einen wesentlichen Beitrag zu einem funktionierenden und sicheren Verkehrssystem leisten klare und verständliche Verkehrsregeln. Diese müssen aber auch von den Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern eingehalten werden. Eine angemessene Überwachung stellt die Befolgung der Regeln sicher.“

DI Bernhard Lautner

Experte Verkehrssicherheit ASFINAG Service GmbH

DI Bernhard Lautner

„Aktion scharf“ gegen gefährliche Schrott-Lkw

Mit 1. Juli 2015 übernahm die ASFINAG in fünf Bundesländern die sogenannten Technischen Unterwegskontrollen (TUK), die zuvor von der Bundesanstalt für Verkehr durchgeführt wurden. Diese Kontrollen umfassen die technische Überprüfung von Fahrzeugen gemäß § 58 Kraftfahrgesetz und das Erstellen eines entsprechenden Prüfberichtes. Das erklärte Ziel ist es, Fahrzeuge in schlechtem Zustand, die eine Gefährdung für andere VerkehrsteilnehmerInnen darstellen und somit auch Unfälle verursachen könnten, aus dem Verkehr zu ziehen.

Brückenabbruch

2.030 Fahrzeuge wurden im zweiten Halbjahr 2015 kontrolliert. Im Rahmen dieser Kontrollen sind die mobilen ASFINAG Prüfzüge mit einem Prüfleiter und zwei weiteren Mitarbeitenden im Streckennetz unterwegs – immer in bewährter Zusammenarbeit mit der Polizei. Diese leitet den Verkehr aus und ist für mögliche Amtshandlungen wie Strafen oder das sofortige Abstellen des Fahrzeuges verantwortlich.

Link zur Technischen Unterwegskontrolle

„Die Ergebnisse zeigen: Die Checks machen absolut Sinn. 739 Fahrzeugen wurde ein schwerer Mangel bescheinigt. Für 521 Lkw war die Fahrt aufgrund von ‚Gefahr in Verzug‘ sofort zu Ende. Damit haben wir einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit im österreichischen Straßennetz geleistet.“

Mag. Walter Riepler

Abteilungsleiter Enforcement und Prokurist ASFINAG Maut Service GmbH

Mag. Walter Riepler

Fünf Jahre Verkehrsinfrastrukturforschung

Ständig wachsende Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur, steigende Erhaltungskosten und ein erhöhtes Bewusstsein für Umwelt und Mensch erfordern stetige Investitionen in Forschung und Entwicklung. Das Engagement der ASFINAG im Innovationsbereich ist somit ein relevanter Faktor für den Unternehmenserfolg. Eine wesentliche Säule dieser Forschungs- und Entwicklungstätigkeit ist die Initiative Verkehrsinfrastrukturforschung (VIF), die 2011 vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit), der ÖBB-Infrastruktur AG und der ASFINAG gestartet wurde. Bislang wurden im Rahmen der VIF insgesamt 62 für die ASFINAG relevante Forschungsprojekte vergeben.

Die Highlights der im Jahr 2015 abgeschlossenen Projekte sind die Vorhersage von Reisezeiten im ASFINAG Streckennetz, die Entwicklung eines eichfähigen Systems zur Breitenmessung von Sondertransporten auf der Straße und die Evaluierung der Potenziale von Fahrzeugen als mobile Sensoren für Infrastrukturbetreiber. 2015 wurden 13 VIF-Projekte gestartet.