Geschäftsbericht 2014

Mit integriertem Nachhaltigkeitsbericht

Sicherheit

Ihre Sicherheit – unser Auftrag

Sie wollen bequem, aber vor allem sicher an Ihr Ziel kommen, egal ob mit Motorrad, Pkw, Bus oder Lkw. Für die ASFINAG hat Verkehrssicherheit höchste Priorität. Das Ziel: möglichst wenig Unfälle, möglichst wenig Verletzte, möglichst wenig Verkehrstote. Dafür investiert die ASFINAG jedes Jahr rund 500 Millionen Euro – in das modernste Streckennetz Europas, in sichere Tunnel und Top-Rastanlagen.

Mit Erfolg: Sind im Jahr 2004 bei Unfällen auf Autobahnen und Schnellstraßen noch 140 Menschen ums Leben gekommen, so waren es 2014 um fast zwei Drittel weniger, nämlich 48. Weil für die ASFINAG 48 Verkehrstote aber 48 Tote zu viel sind, wird das ambitionierte Verkehrssicherheitsprogramm zügig und konsequent umgesetzt.

(Link auf ASFINAG Verkehrssicherheitsprogramm)
(Link auf Verkehrssicherheit)

„Mir ist es wichtig, dass meine Familie und ich sicher ankommen. Wenn wir auf den österreichischen Autobahnen unterwegs sind, habe ich immer ein gutes Gefühl. Besonders die modernen und hellen Tunnel tragen dazu bei.“ Karin Bauer, Mutter

Das ASFINAG Verkehrssicherheitsprogramm 2020: 130 Maßnahmen für ein erklärtes Ziel

Das Ziel ist klar: Österreichs Autobahnen- und Schnellstraßen sollen in puncto Verkehrssicherheit auch weiterhin zu den besten in ganz Europa zählen. Dafür hat die ASFINAG 2010 ein Verkehrssicherheitsprogramm erarbeitet, mit 130 ganz konkreten Maßnahmen: vom Tunnelausbauprogramm über mehr Sicherheit auf Baustellen bis hin zum laufenden und regelmäßigen Sicherheitscheck bereits bestehender Strecken. 2014, bereits vor Hälfte der Laufzeit des Programms, hat die ASFINAG 60 Prozent dieser Maßnahmen umgesetzt.

„Jeder Unfall mit Verletzten oder sogar Toten ist eine Tragödie. Daher hat für uns Verkehrssicherheit höchste Priorität. Aber Verkehrssicherheit ist auch Teamwork: Wir bauen die sichersten Straßen Europas, aber wir brauchen dafür auch verantwortungsvolle Verkehrsteilnehmer.“

DI Bernhard Lautner

DI Bernhard Lautner

ASFINAG Verkehrssicherheitsexperte

Kontrollierter Verkehr ist sicherer Verkehr

Ein guter technischer Zustand von Schwerfahrzeugen und angepasste Geschwindigkeit sind für die Verkehrssicherheit elementare Voraussetzungen. Die ASFINAG ermöglicht daher durch die Errichtung von Verkehrskontrollplätzen (VKP) regelmäßige und stichprobenartige Kontrollen von Lkw. Zwölf dieser VKP sind bereits in Betrieb, 2014 wurde mit dem Bau eines weiteren auf der A 4 bei Bruck a. d. Leitha begonnen ebenso wie mit der Prüfung weiterer möglicher Standorte. Für die ASFINAG sind die Gewichtskontrollen auf den Kontrollplätzen besonders wichtig, um Folgeschäden an der Infrastruktur durch Überladung zu verhindern.

Die Länder übernehmen zudem durch die technischen Kontrollen der Fahrzeuge eine weitere wesentliche Aufgabe. Zoll und Exekutive nützen die VKP, um ihre gesetzlichen Aufgaben erfüllen zu können. Geschwindigkeitskontrollen durch Section-Control-Anlagen sowie Radargeräte tragen ebenfalls wesentlich zu mehr Sicherheit auf den Autobahnen bei. Drei temporäre Anlagen sind bei großen Baustellen wie etwa beim Bosrucktunnel eingerichtet. Zu den fünf permanenten SC-Anlagen kam 2014 im Tunnel Bindermichl eine weitere hinzu. Zahlreiche Unfälle, meist zum Glück nur mit Sachschaden,

machten diesen Tunnel auf der A 7 bei Linz zum prädestinierten Standort für diese neue Anlage. Harmonischeres Tempo und dadurch weniger Unfälle erwartet die ASFINAG sich durch eine Radarkette auf der A 4 mit acht Standorten sowie durch zwei Radargeräte auf der A 23 Landstraßer Gürtel und bei Asten auf der A 1.

Bildschirmüberwachung

Für die sichersten Tunnel Europas: 1,5 Milliarden Euro und Hightech made in Austria

Tunnelsicherheit war auch 2014 ein erklärter Schwerpunkt – bis 2019 investiert die ASFINAG 1,5 Milliarden Euro für mehr Sicherheit in mehr als 80 Tunnel. Die Bandbreite reicht dabei von der Errichtung zweiter Tunnelröhren über neue und bessere Beleuchtungsanlagen bis hin zu modernster Innovation aus Österreich, wie dem Thermoscanner und dem einzigartigen akustischen Warnsystem AKUT. Der Thermoscanner verhindert, dass überhitzte Lkw in Tunnel einfahren können, 2014 hat dieses System 67 Mal Alarm geschlagen und so verhindert, dass ein überhitzter Lkw in den Karawankentunnel einfahren konnte. Thermoscanner kommen nun auch bei anderen Tunnelanlagen zum Einsatz, etwa bei Gleinalm- oder Arlbergtunnel.

AKUT, entwickelt in Kooperation mit dem steirischen Joanneum Research, erkennt von selbst untypische Tunnelgeräusche, wie quietschende Reifen, zuschlagende Autotüren oder splitterndes Glas, und schlägt automatisch in Sekundenschnelle Alarm. Die ASFINAG wird AKUT in einem ersten Schritt in den kommenden Jahren in 32 Tunneln installieren.

Die bislang jüngste Innovation in puncto Tunnelsicherheit hat die ASFINAG im Citytunnel in Bregenz eingesetzt: Die erste
Hochdruck-Sprühnebelanlage.

Sofort nach
Erkennen eines Brandes und einer
Räumungsphase des Tunnels aktiviert sich
die Anlage vollautomatisch und sprüht über
mehrere Tausend Düsen mit sehr hohem
Druck Wasser genau auf den Brandherd.

Dieses System schützt im Ernstfall
Verkehrsteilnehmer, es schützt den
Tunnel vor Hitzeschäden und es hilft
den Einsatzkräften.

(Link auf Tunnelsicherheit)
(Link auf Serviceheft 2015)

Mehr Tunnelsicherheit für die gesamte Pyhrnstrecke

Beim zweiröhrigen Vollausbau liegt aktuell der Fokus klar auf der A 9 Pyhrn Autobahn: Bis 2019 werden alle Tunnel auf dieser Strecke zweiröhrig sein – es gibt dann keine Tunnel mehr mit Gegenverkehr und die gesamte Strecke ist auf zwei Fahrstreifen in jede Richtung befahrbar.

Die Projekte: Mehr Sicherheit für täglich rund 18.000 Autofahrer bringt seit Herbst 2014 der zweiröhrige Ausbau der Tunnel bei Klaus in Oberösterreich. Der etwas mehr als acht Kilometer lange steirische Gleinalmtunnel erhält ebenfalls eine zweite Röhre.

Bis 2019 wird er nach der anschließenden Generalsanierung der alten Tunnelröhre im Richtungsverkehr befahrbar sein. Der Bosrucktunnel zwischen Oberösterreich und der Steiermark
wurde bereits neu errichtet, bis Herbst 2015
wird dazu auch die alte Röhre
runderneuert und mit
modernster Sicherheitstechnik
ausgestattet.

Autobahntunnel

Arlbergtunnel: Sicherheitsausbau für den längsten Straßentunnel Österreichs

Mehr Sicherheit für den längsten Straßentunnel Österreichs: Mit einer Investition von 160 Millionen Euro erhöht die ASFINAG mit viel Hightech und notwendigen Sanierungen die Sicherheit im Arlbergtunnel. Sämtliche elektrotechnische Einrichtungen wie Videoüberwachung, Notruf- und Funkeinrichtungen, Brandmeldung sowie die Straßenentwässerung und Löschwasserleitungen werden auf den modernsten Stand der Technik gebracht. 37 zusätzliche Fluchtwege werden errichtet – und das mit einer Innovation. Erstmals werden diese Fluchtwege in einem ASFINAG Tunnel über den Zuluftkanal an der Decke des Tunnels geführt. Acht zusätzliche Pannenbuchten und eine gehörige Portion an Hightech stehen ebenfalls auf dem Bauprogramm für den Tunnel. Eine Hochdruck-Sprühnebelanlage, ein Thermoscanner und das akustische Tunnelmonitoringsystem AKUT sind vorgesehen.

Da die Sicherheitssysteme ausgetauscht werden, sind die Arbeiten nur unter einer zeitweise vorgesehenen Vollsperre des Tunnels möglich. In den Sommermonaten 2015 und 2017 ist deswegen der Tunnel für jeweils ein halbes Jahr gesperrt. Die Umleitungen erfolgen in dieser Zeit über Deutschland, die Schweiz sowie über den Arlbergpass. Zusammen mit den Ländern Vorarlberg und Tirol sorgte die ASFINAG dafür, dass auf den Ausweichrouten der Verkehr bestmöglich fließen kann. In den Wintermonaten steht der Arlbergtunnel als witterungsunabhängige Straßenverbindung zwischen Tirol und Vorarlberg zur Verfügung – dann finden nämlich die Arbeiten während der Nachtstunden statt. Der Verkehr wird abwechselnd für kurze Zeit an den jeweiligen Tunnelportalen angehalten.

„Wir wollen, dass Sie sich auch in unseren Tunnel sicher fühlen. Dafür investieren wir viel Geld und sorgen mit modernster Technologie dafür, dass unsere 158 Tunnel zu den sichersten in ganz Europa zählen.“

DI Klaus Fink

DI Klaus Fink

Geschäftsführer ASFINAG Alpenstraßen GmbH

46 ASFINAG Rastplätze und 87 Raststationen laden zum Pausemachen ein

Eine regelmäßige, fixe Pause nach zwei Stunden Fahrt – das ist ein ganz wichtiger Tipp für mehr Verkehrssicherheit. Denn Übermüdung ist Ursache für fast jeden dritten Unfall. Ausgeruhte Autofahrer sind sichere Autofahrer! Die ASFINAG hat daher 2014 vier Rastplätze und 570 zusätzliche Stellplätze für Lkw neu errichtet – in Summe gibt es auf dem Straßennetz der ASFINAG derzeit 46 moderne, sichere und topausgestattete Rastplätze, 87 Raststationen und 6.630 Stellplätze für Lkw. In den nächsten Jahren wird die ASFINAG weitere Rastplätze und mehrere Tausend neue Lkw-Stellplätze errichten.

Erfreulich: In der letzten Kundenbefragung stellten Lkw-Lenker, Pendler und Reisende bei einer Umfrage erneut ein Zeugnis mit „Vorzug“ aus – mehr als neun von zehn Befragten vergaben Bestnoten.

(Link auf Rastplätze - Mach mal Pause)

„Regelmäßige Pausen gehören bei einer längeren Autofahrt einfach dazu. Ausgeruhte Autofahrer sind sichere Autofahrer. Wir investieren viel, damit Sie sich auf unseren Rastplätzen und Raststationen wohlfühlen, dort Energie tanken können für die weitere Fahrt und gerne wieder kommen.“

Mag. Rainer Kienreich

Mag. Rainer Kienreich

Technischer Geschäftsführer ASFINAG Service GmbH

Wir informieren, damit wir gemeinsam sicher ankommen

Verkehrssicherheit kann nur klappen, wenn wirklich alle mittun. Die ASFINAG ist sich ihrer Verantwortung bewusst und nimmt das Thema Verkehrssicherheit sehr ernst – entscheidend ist aber, dass jede Lenkerin, jeder Lenker mitmacht. Daher setzt die ASFINAG verstärkt auf bewusstseinsbildende Infokampagnen.

„Handy weg vom Steuer“ und „Zu wenig Abstand“ waren die Kampagnen des Jahres 2014. Wie wichtig Bewusstseinsbildung in diesem Zusammenhang ist, zeigt ein Blick auf die Fakten: Ablenkung und zu wenig Sicherheitsabstand sind ganz vorne in der Liste der häufigsten Unfallursachen.